Wir haben nur Heizöl im Kopf

Waffenruhe dämpft Rohölpreise – Heizöl bleibt durch Angebotsengpässe unter Aufwärtsdruck

29.07.26

Rohöl gibt nach, Unsicherheit bleibt bestehen
Die internationalen Rohölmärkte haben zu Wochenbeginn etwas nachgegeben. Auslöser ist die weiterhin geltende Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die den Märkten vorerst Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts gibt. Während die Rohölnotierungen in Europa und den USA darauf mit Abschlägen reagierten, zeigt sich der deutsche Heizölmarkt weniger entspannt. Hier wirken sich die anhaltenden Engpässe bei Ölprodukten weiterhin deutlich auf die Preisentwicklung aus.

Diplomatische Signale bleiben widersprüchlich
Trotz der Waffenruhe bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt. US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington und Teheran führten Gespräche über eine Beendigung des Konflikts. Eine Bestätigung aus dem Iran blieb jedoch aus.

Stattdessen betonte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, dass derzeit keine formellen Verhandlungen stattfinden. Zwar könnten über Vermittler weiterhin Botschaften zwischen beiden Seiten übermittelt werden, offizielle Gespräche gebe es nach iranischer Darstellung jedoch nicht. Damit bleibt ungewiss, ob die aktuelle Waffenruhe tatsächlich den Weg für eine nachhaltige Entspannung ebnet.

Angriffe auf saudische Energieinfrastruktur sorgen für neue Risiken
Für zusätzliche Verunsicherung sorgt die Huthi-Miliz im Jemen. Neben der Seeblockade gegen Saudi-Arabien setzt sie ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Königreichs fort.

Nach eigenen Angaben richtet die Miliz ihre Angriffe inzwischen nicht mehr nur gegen Anlagen an der Westküste, sondern auch gegen Einrichtungen im Osten Saudi-Arabiens. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Ost-West-Pipeline, über die Saudi-Arabien seit den Einschränkungen in der Straße von Hormus verstärkt Rohöl zum Exporthafen Yanbu transportiert. Bereits die bisherigen Angriffe auf den Hafen sollen die dortigen Ölexporte um rund 25 Prozent reduziert haben. Eine weitere Verschärfung der Lage könnte den Ölpreisen erneut Auftrieb verleihen.

Niedrige Wasserstände verteuern den Inlandstransport
Neben den geopolitischen Risiken wirken sich auch die anhaltend niedrigen Wasserstände auf deutschen Binnenwasserstraßen zunehmend auf den Heizölmarkt aus. Die Trockenheit erschwert den Schiffsverkehr seit Wochen erheblich.

Da Binnenschiffe ihre Ladung reduzieren müssen, steigen die Transportkosten. Gleichzeitig kommt es regional zu Verzögerungen bei der Nachversorgung. Diese Faktoren erhöhen den Kostendruck im Inland zusätzlich und wirken sich unmittelbar auf die Heizölpreise aus.

Heizölpreise steigen trotz schwächerer Rohölnotierungen
Obwohl die Rohölpreise zuletzt nachgegeben haben, bleibt der deutsche Heizölmarkt von einer angespannten Versorgungslage geprägt. Die begrenzte Verfügbarkeit von Ölprodukten sowie höhere Transportkosten verhindern bislang eine Entlastung der Verbraucher.

Für den heutigen Tag müssen Heizölkunden daher mit Preisaufschlägen von etwa 1,85 bis 2,85 Euro je 100 Liter gegenüber dem Vortag rechnen. Die weitere Preisentwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob die Waffenruhe im Nahen Osten Bestand hat und sich die Versorgungslage bei Ölprodukten sowie im deutschen Transportwesen wieder entspannt.

1 USD = 0,8787€
Stand: 29.07.2026, nächstes Update: 30.07.2026

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