Wir haben nur Heizöl im Kopf

USA greifen iranische Militärziele an – Ölmarkt bleibt unter Spannung, Heizöl nur leicht teurer

09.07.26

Die Ölbörsen reagierten am Dienstagabend mit deutlichen Ausschlägen auf Berichte über US-Luftangriffe gegen iranische Militärstellungen. Nach Angaben aus Washington richteten sich die Angriffe gegen Verteidigungsanlagen und Schnellboote der Iranischen Revolutionsgarde und waren eine Reaktion auf mehrere Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und vor der Küste Omans. Der Iran verurteilte das Vorgehen scharf und kündigte Gegenmaßnahmen an. Während die Rohöl- und Produktpreise zunächst deutlich anzogen, gaben insbesondere die Ölproduktnotierungen am Mittwochmorgen einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.

USA bestätigen Angriffe auf iranische Militärinfrastruktur
Nach Angaben US-amerikanischer Medien wurden zwischen Montagabend und Dienstagnachmittag mindestens vier Handelsschiffe beim Passieren der Straße von Hormus und der angrenzenden Gewässer beschossen und teilweise schwer beschädigt. Der Iran hatte zuvor erklärt, die Sicherheit der Schifffahrt könne nur gewährleistet werden, wenn Schiffe die von Teheran vorgegebenen Routen entlang der iranischen Küste nutzen.

Als Reaktion darauf griff das US-Militär nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) mehr als 80 militärische Ziele im Iran an. Ziel der Angriffe waren unter anderem Luftverteidigungssysteme, militärische Einrichtungen sowie mehr als 60 Schnellboote der Iranischen Revolutionsgarde. Washington bezeichnete die Militärschläge als „unmittelbare Reaktion“ auf die Angriffe gegen die internationale Schifffahrt.

Parallel dazu hoben die USA eine erst vor wenigen Wochen eingeführte Sanktionsausnahme auf, die den Handel mit iranischem Rohöl und Erdölprodukten vorübergehend ermöglicht hatte.

Iran droht mit Gegenmaßnahmen
Die iranische Regierung bezeichnete die US-Angriffe als „eklatanten Akt der Aggression“ und kündigte eine „vernichtende Antwort“ an. Das Nachrichtenportal Axios berichtete zudem über Drohnenangriffe auf Bahrain. Auch Kuwait bestätigte, dass seine Luftverteidigung auf eingehende Drohnen und Raketen reagieren musste.

Die erneute Eskalation verstärkt die Sorgen über die Sicherheit der Ölexporte aus dem Nahen Osten. Ein erheblicher Teil der weltweiten Rohöllieferungen wird weiterhin über die Straße von Hormus transportiert, die vor Beginn der Krise täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl passierten. Sollte sich die Sicherheitslage weiter verschlechtern, könnten zusätzliche Einschränkungen im Schiffsverkehr das globale Angebot erneut belasten und die Ölpreise weiter stützen.

Heizöl nur leicht teurer
Obwohl die Ölpreise am Dienstagabend zeitweise kräftig anzogen, beruhigten sich die Notierungen für Ölprodukte im Verlauf der Nacht wieder deutlich. Dadurch fallen die Auswirkungen auf den deutschen Heizölmarkt bislang vergleichsweise moderat aus. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen heute mit Preisaufschlägen von etwa +0,25 bis +0,85 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Dienstagvormittag rechnen.

Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt jedoch äußerst angespannt. Weitere militärische Zwischenfälle oder neue politische Entwicklungen könnten jederzeit zu deutlichen Schwankungen an den Energiemärkten führen.

1 USD = 0,8761€
Stand: 09.07.2026, nächstes Update: 10.07.2026

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