Wir haben nur Heizöl im Kopf

Trump signalisiert Gesprächsbereitschaft – Heizölpreise geben leicht nach

22.09.26

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie die Exportausfälle Saudi-Arabiens nach den schweren Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz haben die Ölpreise in den vergangenen Tagen weiter steigen lassen. Heute sorgt die Aussicht auf mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran für eine leichte Entspannung an den Ölbörsen. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende erklärt, dass er Gespräche mit dem iranischen Präsidenten in Betracht ziehe. Gleichzeitig verband er diese Gesprächsbereitschaft erneut mit Drohungen gegen den Iran.

Die Aussicht auf ein mögliches Treffen sorgte zunächst für leichte Preisrückgänge bei Rohöl und anschließend auch bei den Ölprodukten. Die Heizölpreise in Deutschland liegen aktuell durchschnittlich 2,56 Euro je 100 Liter unter dem Niveau vom Freitag. Im Vergleich zum Montag der vergangenen Woche sind sie trotz der zwischenzeitlichen Preisanstiege noch 0,56 Euro je 100 Liter höher. Gegenüber dem Stand vor einem Monat zahlen Heizölkäufer aktuell durchschnittlich 28,52 Euro mehr je 100 Liter.

Langfristige Preisentwicklung
Im langfristigen Vergleich stehen weiterhin die deutlichen Preissteigerungen infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Beruhigungsphase im Frühsommer haben die Heizölpreise in den vergangenen Monaten erheblich zugelegt.

Gegenüber Ende Juni müssen Abnehmer aktuell durchschnittlich 57,71 Euro mehr je 100 Liter bezahlen. Im Jahresvergleich beträgt der Aufschlag 77,70 Euro. Gegenüber September 2024 liegt der aktuelle Heizölpreis sogar um durchschnittlich 80,23 Euro je 100 Liter höher.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
Huthi-Bedrohung gegen Saudi-Arabien nimmt zu

Die Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Dabei wurde unter anderem die zentrale Ost-West-Pipeline beschädigt, wodurch die saudischen Ölexporte erheblich eingeschränkt wurden. Auch saudische Häfen und Raffinerien gerieten zuletzt häufiger ins Visier der Miliz.

Saudi Aramco streicht Öllieferungen nach Europa
Die Angriffe und die daraus resultierenden Einschränkungen bei den saudischen Exporten haben inzwischen direkte Folgen für die Versorgung Europas. Die staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco meldete, dass Rohölexporte nach Europa für September und möglicherweise auch Oktober gestoppt werden. Die Ausfälle erhöhen den Druck auf den ohnehin angespannten internationalen Ölmarkt.

Ukraine setzt Angriffe auf russische Ölanlagen fort
Auch der Russland-Ukraine-Krieg bleibt ein Faktor für die Versorgungslage am Ölmarkt. Zwar war ein möglicher gegenseitiger Stopp von Angriffen auf Energieanlagen angesprochen worden, offiziell halten sich beide Seiten bislang jedoch nicht an ein entsprechendes Vorhaben. Als Grund wird angeführt, dass es bislang keine klaren Vereinbarungen dazu gibt. In der vergangenen Woche kam es erneut zu umfangreichen ukrainischen Angriffen auf russische Ölanlagen.

Was spricht aktuell für sinkende Preise?
Trump erwägt Treffen mit iranischem Präsidenten

Für eine gewisse Entspannung sorgt die von US-Präsident Donald Trump signalisierte Gesprächsbereitschaft gegenüber dem Iran. In einem Telefonat mit Journalisten erklärte Trump, dass er möglicherweise am Rande der in dieser Woche stattfindenden UN-Generalversammlung ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massoud Peseschkian abhalten könnte.

Gleichzeitig schränkte Trump die Aussicht auf eine diplomatische Annäherung jedoch ein, indem er dem Iran weitere Auseinandersetzungen androhte, sollte das Land seine Aggressionen fortsetzen. Damit bleibt offen, ob aus der Gesprächsbereitschaft tatsächlich konkrete Verhandlungen entstehen.

Heizölmarkt bleibt von geopolitischer Lage abhängig
Die leichte Entspannung an den Ölbörsen wirkt sich heute auch auf die Heizölpreise in Deutschland aus. Gleichzeitig bleiben die Risiken für die weltweite Ölversorgung durch die eingeschränkten saudischen Exporte, die Angriffe auf russische Energieanlagen und die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran erheblich. Neue geopolitische Entwicklungen können daher weiterhin schnell zu deutlichen Preisbewegungen führen.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Litern Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Transportkosten können die Preise regional abweichen. Stand der Preise: 21.09.2026.

1 USD = 0,8718€
Stand: 22.09.2026, nächstes Update: 23.09.2026

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