Wir haben nur Heizöl im Kopf

Spannungen zwischen Iran und USA treiben Heizölpreise weiter nach oben

08.09.26

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA dauern inzwischen seit mehr als einem halben Jahr an und haben sich in den vergangenen Tagen erneut verschärft. Mehrfach kam es zu gegenseitigen Angriffen auf iranische und US-amerikanische Schiffe. Die anhaltenden Spannungen dämpfen die Hoffnungen auf eine baldige Entspannung und verstärken gleichzeitig die Sorgen vor anhaltenden Angebotsengpässen am Ölmarkt. Entsprechend sind die Preise für Rohöl und Ölprodukte, darunter auch Heizöl, zuletzt deutlich gestiegen.
Bei der kurzfristigen Heizölpreisentwicklung zeigen sich entsprechend deutliche Aufschläge. Heizölabnehmer in Deutschland müssen heute im Durchschnitt 1,64 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als am Freitag. Gegenüber dem vergangenen Montag beträgt der Aufschlag bereits 9,77 Euro. Auch der Vergleich mit Anfang August verdeutlicht die inzwischen deutlich angespanntere Marktlage. 100 Liter Heizöl kosten aktuell 20,99 Euro mehr als damals.
Langfristige Preisentwicklung
Auch im längerfristigen Vergleich bestätigen sich die deutlichen Preissteigerungen der vergangenen Monate. Gegenüber Anfang Juni, als sich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten vorübergehend etwas beruhigt hatten, müssen Heizölkäuferinnen und Heizölkäufer inzwischen einen Aufpreis von 30,56 Euro pro 100 Liter einkalkulieren.
Auch der Vergleich mit den vergangenen beiden Jahren zeigt ein deutlich höheres Preisniveau. Gegenüber dem Vorjahr kostet Heizöl aktuell 63,13 Euro mehr pro 100 Liter. Im Vergleich zum Spätsommer 2024 beträgt der Aufschlag 65,39 Euro.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen Iran und USA
Im weiterhin andauernden Konflikt zwischen den USA und dem Iran kam es am Wochenende zu mehreren Angriffen auf US-Marineschiffe und iranische Öltanker. Der Iran kündigte daraufhin an, eine neue Sperrzone über die Straße von Hormus hinaus einzurichten. Nach iranischen Angaben sollen Schiffe, die diese Zone betreten, sanktioniert werden.
Die Ankündigung erhöht die Unsicherheit rund um die strategisch wichtige Meerenge zusätzlich. Für den Ölmarkt besteht damit weiterhin das Risiko, dass sich die ohnehin eingeschränkten Lieferströme aus der Region weiter erschweren.
Oman lehnt iranische Vorschläge zur Öffnung der Straße von Hormus ab
In den vergangenen Wochen hatten der Iran und das Nachbarland Oman mehrfach über Möglichkeiten gesprochen, die Straße von Hormus gemeinsam zu öffnen und zu kontrollieren. Oman lehnte die vorgeschlagenen Kooperationen jedoch ab. Dabei spielten unter anderem geplante Dienstleistungsgebühren sowie die Sorge vor möglichem Druck der USA eine Rolle.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
Saudi-Arabien meldet kaum veränderte Ölpreise
Ein zumindest stabilisierender Faktor kommt aus Saudi-Arabien. Das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco veröffentlichte vergangene Woche seine Preise für Oktoberlieferungen an weltweite Ölhändler. Trotz der anhaltenden Spannungen der vergangenen Wochen blieben diese weitgehend unverändert.
Dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass Saudi-Arabien weiterhin von stabilen und anhaltenden Ölexporten ausgeht. Sollten die Lieferungen des wichtigen Produzenten weitgehend ungestört bleiben, könnte dies den durch die geopolitischen Risiken entstandenen Preisdruck am Ölmarkt zumindest teilweise begrenzen.
Heizölmarkt bleibt angespannt
Für den deutschen Heizölmarkt bleibt die geopolitische Lage damit der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Die erneuten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran und die Risiken rund um die Straße von Hormus sprechen weiterhin für ein erhöhtes Preisniveau. Zwar sorgen die stabilen Exportaussichten Saudi-Arabiens für einen gewissen Gegenpol, kurzfristig überwiegen jedoch die preistreibenden Faktoren. Entsprechend müssen Verbraucherinnen und Verbraucher heute erneut mit höheren Heizölpreisen rechnen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Litern Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Transportkosten können die Preise regional abweichen. Stand der Preise: 07.09.2026.

1 USD = 0,8604€
Stand: 08.09.2026, nächstes Update: 09.09.2026

Unsere Empfehlungen:
Wir empfehlen Ihnen, jetzt über einen Heizöl-Einkauf nachzudenken, aufgrund der noch stabilen Heizölpreise und der schwachen Nachfrage in den Sommermonaten. Durch eine erhöhte Nachfrage wird im Herbst wieder mit steigenden Preisen und langen Wartezeiten gerechnet.

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