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Raffineriebranche fordert verlässliche Rahmenbedingungen für sichere Energieversorgung

29.10.26

Strategiedialog soll Zukunft der deutschen Raffinerien sichern
Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche soll dazu beitragen, die langfristige Versorgung Deutschlands mit Energie und industriellen Grundstoffen zu sichern. Der Wirtschaftsverband en2x sieht darin eine wichtige Gelegenheit, die Rahmenbedingungen für Investitionen in bestehende Standorte und deren klimafreundliche Transformation zu verbessern.

Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Verbands, betont, dass dafür dringend bessere Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Die Modernisierung der Raffinerien und der dazugehörigen Infrastruktur sei entscheidend, um die Versorgung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie auch künftig zuverlässig gewährleisten zu können.

Kohlenwasserstoffwirtschaft bleibt wirtschaftlich bedeutend
Nach Angaben des Verbands steht die Kohlenwasserstoffwirtschaft für eine jährliche Wertschöpfung von 52 Milliarden Euro und beschäftigt rund 584.000 Menschen. Mineralöl ist demnach der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland. Insbesondere die aktuelle globale Energiekrise verdeutliche, wie wichtig heimische Raffinerien und leistungsfähige Infrastrukturen für die Versorgungssicherheit seien.

Auch künftig würden flüssige Kohlenwasserstoffe in großen Mengen benötigt. Dazu zählen Anwendungen in der Luftfahrt, in Teilen des Straßenverkehrs sowie in der Chemie- und Bauindustrie. Darüber hinaus seien flüssige Energieträger in Krisensituationen und für Verteidigungszwecke nach Einschätzung des Verbands nicht vollständig ersetzbar.

Milliardeninvestitionen für Modernisierung und Klimaschutz erforderlich
Die Sicherung und Modernisierung der Raffineriestandorte sowie der Übergang von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen erfordern laut en2x Investitionen in Milliardenhöhe. Der Verband sieht jedoch erhebliche Hindernisse für die notwendigen Investitionen. Dazu zählt er eine aus seiner Sicht übermäßige Regulierung, politische Unsicherheit, Eingriffe in die Preisbildung und ein nicht verlässliches Steuersystem.

Diese Rahmenbedingungen schwächten die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. In der Folge würden Kapazitäten abgebaut und Investitionen zunehmend in andere Länder verlagert. Langfristig könne dies die bislang verlässliche Versorgung gefährden.

Küchen fordert deshalb einen Abbau bürokratischer Hürden, verlässliche und technologieneutrale Regeln sowie wirtschaftlich tragfähige Märkte. Zudem müssten die Einstiegshürden für klimaschonende Technologien sinken. Nur wettbewerbsfähige Raffineriestandorte könnten den erforderlichen Wandel erfolgreich bewältigen. Klimaschutz müsse daher stärker mit industriepolitischen Zielen verbunden werden.

Verband kritisiert mögliche zusätzliche Belastungen
Kritisch bewertet en2x auch branchenspezifische Verschärfungen des Wettbewerbsrechts, staatliche Preisregulierungen und Überlegungen zur Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer. Bereits die Diskussion über solche Maßnahmen könne Investoren verunsichern und die Beschaffung des erforderlichen Kapitals erschweren.

Statt zusätzlicher Belastungen fordert der Verband ein Maßnahmenpaket, das verlässliche Geschäftsmodelle für CO2-neutrale Kohlenwasserstoffe ermöglicht und den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur beschleunigt. Einzelne Gesetzesänderungen reichten nach Ansicht von Küchen nicht aus. Erforderlich sei vielmehr ein ganzheitlicher, sektorenübergreifender Ansatz in Form einer umfassenden Kohlenwasserstoff-Agenda.

Strategiedialog als Chance für die Energie- und Industriepolitik
Dass die Bundesregierung im Rahmen des Strategiedialogs die zuständigen Ministerien, die Bundesländer und die Gewerkschaften einbezieht, bewertet en2x positiv. Die Beteiligung verschiedener Akteure könne dazu beitragen, die künftige Ausrichtung der Branche umfassend zu beraten.

Für die deutsche Energieversorgung steht dabei eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie lassen sich Versorgungssicherheit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz miteinander vereinbaren? Aus Sicht des Verbands sind dafür langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen und Investitionsanreize entscheidend. Ob der Strategiedialog die dafür notwendigen Veränderungen anstoßen kann, wird maßgeblich von den daraus folgenden Maßnahmen abhängen.

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Stand: 29.10.2026, nächstes Update: 30.10.2026

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