Wir haben nur Heizöl im Kopf

Pattsituation zwischen USA und Iran treibt Heizölpreise deutlich nach oben

12.08.26

Verhandlungen über Straße von Hormus festgefahren
Die Hoffnungen auf eine baldige Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Straße von Hormus haben zum Wochenbeginn einen deutlichen Dämpfer erhalten. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran befinden sich erneut in einer Pattsituation. Beide Seiten stellen Bedingungen für eine mögliche Friedenslösung, die sich in wesentlichen Punkten gegenseitig widersprechen.

Für den globalen Ölmarkt ist die Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Die Straße von Hormus gilt weiterhin als wichtigste Transportroute für Öl aus dem Nahen Osten auf die internationalen Märkte. Je länger die freie Durchfahrt eingeschränkt bleibt, desto größer werden die Sorgen vor anhaltenden Lieferengpässen.

Irak nennt Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche
Die Regierung des Irak hatte am Wochenende sechs Bedingungen genannt, die aus ihrer Sicht für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den USA und eine Öffnung der Straße von Hormus erfüllt werden müssten. Dazu gehören unter anderem der Abzug der US-Streitkräfte aus der Golfregion, die Aufhebung bestehender Wirtschaftssanktionen sowie Entschädigungszahlungen für entstandene Kriegsschäden.

Am Montagabend stellte US-Präsident Donald Trump seinerseits eigene Forderungen auf. Demnach soll der Iran unter anderem Entschädigungen an die Familien von Demonstranten zahlen, die im Iran getötet wurden, sowie an die Angehörigen der Opfer des Anschlags auf den US-Zerstörer USS Cole im Jahr 2000.

Darüber hinaus fordert Washington nach Angaben Trumps Schadenszahlungen an den Libanon, Syrien und Gaza. Diese Forderung solle nach seinen Worten ausdrücklich in alle künftigen Verhandlungen aufgenommen werden.

Ölmarkt reagiert mit deutlichen Aufschlägen
Damit stehen sich die Positionen der beiden Seiten weiterhin unvereinbar gegenüber. Ein schneller Kompromiss ist derzeit nicht erkennbar. Die zunehmende Unsicherheit sorgte am Montagnachmittag an den internationalen Ölbörsen für deutliche Preissteigerungen.

Marktteilnehmer rechnen offenbar zunehmend damit, dass die Einschränkungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus länger andauern könnten. Damit wächst gleichzeitig das Risiko, dass sich die ohnehin angespannte Versorgungslage am globalen Ölmarkt weiter verschärft.

Heizölpreise steigen deutlich
Die erneute Eskalation der Verhandlungen wirkt sich inzwischen unmittelbar auf den deutschen Heizölmarkt aus. Die seit Montagnachmittag deutlich gestiegenen Preise für Rohöl und Ölprodukte führen auch im Inland zu erheblichen Aufschlägen.

Nach den aktuellen Erwartungen müssen Verbraucherinnen und Verbraucher heute mit einem Anstieg der Heizölpreise von etwa 9,15 bis 10,55 Euro je 100 Liter gegenüber Montagvormittag rechnen. Wie sich die Preise im weiteren Tagesverlauf entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, ob sich bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran doch noch Bewegung abzeichnet oder die Blockade der Straße von Hormus länger bestehen bleibt.

1 USD = 0,8665€
Stand: 12.08.2026, nächstes Update: 13.08.2026

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