Wir haben nur Heizöl im Kopf

Ölpreise unter Druck – Hoffnung auf Öffnung der Straße von Hormus wächst

26.08.26

Die Ölmärkte stehen am Mittwochmorgen erneut deutlich unter dem Einfluss der Entwicklungen rund um die Straße von Hormus. Nachdem die USA am Montag ihre angekündigte Kampagne zur wirtschaftlichen Isolierung des Iran gestartet und dabei den Spielraum für weitere Sanktionen ausgeweitet haben, sorgen nun neue diplomatische Signale für Entspannung. Iran und Oman haben ihre Gespräche über die Regelung des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Meerenge wieder aufgenommen. Im Gespräch ist ein vorübergehender Schifffahrtskorridor, zudem sollen gemeinsame Maßnahmen zur Minenräumung vorbereitet werden. Die Aussicht auf eine zumindest teilweise Wiederherstellung der Schifffahrt belastet die Ölpreise deutlich.

Iran und Oman arbeiten an vorübergehendem Schifffahrtskorridor
Die Gespräche zwischen Iran und Oman könnten einen wichtigen Schritt zur Entspannung der angespannten Versorgungslage darstellen. Nach Angaben beider Länder geht es um einen schrittweisen Ansatz zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Vorgesehen ist zunächst ein gemeinsamer, vorübergehender Navigationskorridor. Parallel soll mit der Räumung von Minen begonnen werden, bevor anschließend über eine dauerhafte Regelung der Schifffahrt beraten werden soll.

Eine vollständige Öffnung der Meerenge ist damit allerdings noch nicht erreicht. Die Straße von Hormus bleibt faktisch weitgehend geschlossen, und der tatsächliche Schiffsverkehr liegt weiterhin deutlich unter dem normalen Niveau. Entsprechend vorsichtig reagieren die Marktteilnehmer auf die neuen diplomatischen Signale.

Ölpreise fallen weiter
An den internationalen Ölbörsen überwiegt dennoch zunächst die Hoffnung auf eine Verbesserung der Versorgungslage. Brent fiel am Mittwochmorgen zeitweise auf rund 86,80 Dollar je Barrel, nachdem die europäische Referenzsorte bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatte. Auch WTI geriet weiter unter Druck. Zusätzlich belastet der überraschend starke Anstieg der US-Rohölbestände die Preise. Nach Angaben des American Petroleum Institute legten die Bestände zuletzt um rund 4,2 Millionen Barrel zu und damit wesentlich stärker als erwartet.

Damit zeigt sich derzeit ein interessantes Gegenspiel: Die neuen US-Sanktionen gegen den Iran hätten grundsätzlich das Potenzial, das Ölangebot weiter einzuschränken. Am Markt überwiegt momentan jedoch die Erwartung, dass eine diplomatische Lösung der Probleme rund um Hormus zumindest einen Teil der bestehenden Versorgungsrisiken beseitigen könnte. Die Sanktionen selbst hatten daher bislang keine vergleichbare preistreibende Wirkung wie eine erneute militärische Eskalation.

US-Sanktionskampagne bleibt bestehen
Unabhängig von den Gesprächen mit Oman hat Washington seinen wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter erhöht. Das US-Finanzministerium startete am Montag offiziell die sogenannte „Operation Economic Outcast“. Dabei soll unter anderem der Einsatz von Sekundärsanktionen ausgeweitet werden, um auch ausländische Akteure stärker unter Druck zu setzen, die iranische Wirtschaftssektoren unterstützen.

Für den Ölmarkt ist entscheidend, wie konsequent diese Maßnahmen künftig umgesetzt werden und ob insbesondere wichtige Abnehmer iranischen Öls betroffen sein werden. Bislang scheint Washington bei chinesischen Banken noch zurückhaltend vorzugehen. Sollte sich dies ändern, könnte der Druck auf den iranischen Ölhandel allerdings deutlich zunehmen.

Heizölpreise heute deutlich günstiger erwartet
Die Kombination aus den neuen Hoffnungen auf eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus, den bereits gefallenen Rohölpreisen und den gestiegenen US-Ölvorräten sorgt heute Morgen für deutlichen Abwärtsdruck an den Ölbörsen. Nach dem gestrigen Rückgang setzt sich die Bewegung damit zunächst fort.

Für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bedeutet dies heute erneut spürbare Entlastungen. Beim Heizöl sind aktuell Abschläge von etwa -3,50 bis -4,50 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag zu erwarten. Die genannten Werte sind aufgrund der weiterhin äußerst unsicheren geopolitischen Lage jedoch nur als Momentaufnahme zu verstehen und können sich im Tagesverlauf jederzeit verändern.

Entscheidend bleibt letztlich, ob aus den Gesprächen zwischen Iran und Oman tatsächlich eine sichere und belastbare Regelung für den internationalen Schiffsverkehr entsteht. Solange die Straße von Hormus nur eingeschränkt befahrbar ist, bleibt ein erheblicher Risikoaufschlag im Ölpreis bestehen.

1 USD = 0,8569€
Stand: 26.08.2026, nächstes Update: 27.08.2026

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