Wir haben nur Heizöl im Kopf

Ölpreise steigen nach neuer Eskalation weiter

03.09.26

US-Streitkräfte führen wieder umfangreichere Militärschläge gegen Iran durch
Die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran hat die Rohölpreise an den Börsen diesseits und jenseits des Atlantiks am frühen Mittwochmorgen weiter steigen lassen. Bereits am Dienstag war der Preis für den europäischen Rohölkontrakt Brent erstmals seit Ende Juli kurzzeitig über die Marke von 95 Dollar je Barrel geklettert. Gleichzeitig deuten erste Schätzungen zur Entwicklung der US-Ölbestände auf einen weiteren Rückgang der landesweiten Rohöl- und Destillatvorräte in der letzten Augustwoche hin.
Bereits am Wochenende hatten US-Streitkräfte erstmals seit Ende Juli wieder iranische Militärziele angegriffen. Teheran reagierte umgehend mit Vergeltungsschlägen. Während das Zentralkommando der US-Streitkräfte CENTCOM die Angriffe vom Wochenende noch als begrenzte und präzise Aktion bezeichnet hatte, teilte CENTCOM am Dienstag mit, die US-Streitkräfte hätten eine Welle von Angriffen auf iranische Militärziele erfolgreich abgeschlossen.
Als Grund wurden unter anderem jüngste Angriffsversuche der iranischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus sowie auf amerikanische Soldaten genannt. In den vergangenen Tagen wurden wieder zunehmend Angriffe auf Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge gemeldet. Darunter befanden sich auch zwei große Öltanker, sogenannte VLCCs, die mit saudischem Rohöl beladen gewesen sein sollen. Es wurde davon ausgegangen, dass der Iran die Schiffe beschossen hat.

Straße von Hormus bleibt zentraler Unsicherheitsfaktor
Die jüngsten Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran schüren erneut die Sorge, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus länger beeinträchtigt bleiben könnte als zunächst erhofft. Vor Beginn des Krieges wurden täglich rund 21 Millionen Barrel Öl über diese wichtige Route transportiert.
Zwar gelingt es weiterhin einzelnen Tankern, die Meerenge zu passieren. Die Ölmengen, die über diesen Weg den Weltmarkt erreichen, liegen jedoch weiterhin deutlich unter dem früheren Niveau. Für den internationalen Ölmarkt bleibt die Situation damit ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor.

US-Destillatbestände erneut niedriger erwartet
Zusätzlichen Auftrieb könnten die aktuellen Entwicklungen bei den US-Ölbeständen liefern. Das American Petroleum Institute API geht davon aus, dass die landesweiten Rohölvorräte in den USA in der vergangenen Woche zurückgegangen sind. Auch bei den Destillatbeständen wird ein leichter Rückgang von rund 0,3 Millionen Barrel erwartet.
Damit könnte sich die ohnehin angespannte Versorgungslage bei Destillaten im saisonalen Vergleich weiter verschärfen. Analysten rechnen im Durchschnitt sogar mit einem stärkeren Rückgang von rund 1,9 Millionen Barrel.
Sollte das US-Energieministerium den erwarteten Abbau der Destillatbestände bestätigen, dürfte dies zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Produktkontrakte an den Ölbörsen ausüben. Davon wäre auch Gasoil betroffen, das für die Entwicklung der europäischen Heizölpreise von besonderer Bedeutung ist.

Heizölpreise legen weiter zu
Die erneute Eskalation des US-Iran-Konflikts und die weiterhin angespannte Versorgungslage am weltweiten Kraftstoffmarkt sorgen damit auch bei den Inlandspreisen für weiteres Aufwärtspotenzial. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen heute Morgen im Bundesgebiet mit Aufschlägen von etwa 7,35 bis 8,35 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.

1 USD = 0,8633€
Stand: 03.09.2026, nächstes Update: 04.09.2026

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