Wir haben nur Heizöl im Kopf

Ölpreise geben nach – Saudi-Arabien plant Wiederinbetriebnahme wichtiger Pipeline

18.09.26

Saudi Aramco will Ost-West-Pipeline schrittweise wieder hochfahren
An den internationalen Ölbörsen haben die Rohölpreise am Mittwoch nachgegeben. Ausschlaggebend war unter anderem die Meldung vom frühen Abend, dass Saudi-Arabien die Ost-West-Pipeline in den kommenden Tagen schrittweise wieder in Betrieb nehmen will. Zusätzlich sorgte die spätere Zinsanhebung in den USA für Bewegung an den Märkten. Dabei gibt es Hinweise darauf, dass dies möglicherweise nicht die letzte Zinserhöhung vor dem Jahreswechsel bleiben könnte.

Der staatliche saudische Energiekonzern Saudi Aramco hatte die Ost-West-Pipeline am vergangenen Freitag vorübergehend abgeschaltet. Die Leitung stellt eine wichtige Alternativroute zur Straße von Hormus für den Transport von Rohöl aus den Ölfeldern im Osten Saudi-Arabiens dar. Grund für die Abschaltung waren Drohnenangriffe aus irakischem Territorium, die sich gegen die Anlage richteten.

Ursprünglich war befürchtet worden, dass die Pipeline mehrere Wochen außer Betrieb bleiben könnte. Nach Angaben aus informierten Kreisen will Aramco die Rohöltransporte nun jedoch bereits in den kommenden Tagen über eine Übergangslösung wieder aufnehmen. Dabei soll ein beschädigter Abschnitt der Leitung provisorisch umgangen werden, sodass zunächst wieder Teilmengen transportiert werden können.

Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Pipeline dürfte nach Angaben eines Insiders allerdings rund sechs Wochen dauern. Weder Saudi Aramco noch das saudische Energieministerium haben sich bislang offiziell zu den Plänen geäußert.

Vor dem Angriff lag die Auslastung der an das Exportterminal Yanbu am Roten Meer angebundenen Pipeline bei rund 7 Millionen Barrel pro Tag. Die tatsächlichen saudischen Rohölexporte waren zuletzt allerdings deutlich niedriger. Regierungsdaten zufolge beliefen sie sich im Juni aufgrund der beeinträchtigten Schifffahrt durch die Straße von Hormus und der Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer auf knapp 4 Millionen Barrel pro Tag. Bereits im Mai hatten die Exporte ein Rekordtief erreicht.

US-Bestände steigen erneut
Auch aus den USA kamen am Mittwoch Nachrichten, die die Ölpreise belasteten. Das US-Energieministerium meldete die zweite Woche in Folge einen Aufbau der Destillat- und Benzinbestände. Damit gibt es weitere Hinweise auf eine verbesserte Versorgungslage bei wichtigen Ölprodukten.

Zusätzlichen Einfluss hatte am Abend die US-Notenbank Federal Reserve. Wie erwartet erhöhte sie die Leitzinsen um 25 Basispunkte. Bei der anschließenden Pressekonferenz zur Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses gab Notenbankchef Kevin Warsh zudem Hinweise darauf, dass die Zinserhöhung möglicherweise nicht die einzige vor dem Jahresende bleiben könnte.

Die Aussicht auf weitere Zinsschritte stützte den US-Dollar. Dadurch verteuern sich in US-Dollar gehandelte Ölfutures für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig wachsen die Sorgen über die weitere Entwicklung der Konjunktur und damit auch über die Ölnachfrage.

Heizölpreise heute niedriger erwartet
Der Rückgang der Ölpreise an der Londoner Rohstoffbörse ICE wirkt sich auch auf die Inlandspreise für Heizöl aus. Der deutlich schwächere Euro gegenüber dem US-Dollar begrenzt den Preisrückgang allerdings etwas. Abnehmerinnen und Abnehmer in Deutschland können heute gegenüber Mittwochvormittag mit Abschlägen von etwa 2,20 bis 2,75 Euro je 100 Liter Heizöl rechnen.

Die genannten Werte sind Näherungswerte und Momentaufnahmen und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit verändern.

1 USD = 0,8707€
Stand: 18.09.2026, nächstes Update: 21.09.2026

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