Wir haben nur Heizöl im Kopf

Ölpreise fallen weiter – Hoffnung auf Hormus-Öffnung nimmt zu

27.08.26

Die Ölmärkte setzen ihre Abwärtsbewegung auch am Donnerstagmorgen fort. Nachdem bereits die Meldungen über konstruktive Gespräche zwischen Oman und Iran über einen möglichen Rahmenplan für die Straße von Hormus für deutliche Preisabschläge gesorgt hatten, hält die Hoffnung auf eine zumindest schrittweise Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs an. Brent fiel am Mittwoch zeitweise deutlich und notiert heute Morgen bei rund 87 Dollar je Barrel. Damit verzeichnet der europäische Referenzpreis bereits den vierten Handelstag in Folge Verluste.

Iran und Oman arbeiten weiter an einer Lösung für Hormus
Die Meldungen aus Oman haben am Ölmarkt einen erheblichen Teil der bisherigen Versorgungsrisiken aus dem Konflikt herausgenommen. Im Mittelpunkt steht ein möglicher gemeinsamer, zunächst vorübergehender Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus. Auch die Minenräumung soll Bestandteil der weiteren Gespräche sein.

Von einer endgültigen Einigung kann allerdings noch keine Rede sein. Ein hochrangiger iranischer Vertreter stellte am Mittwoch klar, dass ein endgültiges Abkommen mit Oman noch nicht abgeschlossen sei und weiterhin an den Details gearbeitet werde. Gleichzeitig erklärte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, es seien bereits Vereinbarungen über die Aufteilung der Gewässer und der Einnahmen aus der Meerenge erzielt worden. Die widersprüchlichen Aussagen zeigen, dass die entscheidenden Fragen noch nicht abschließend geklärt sind.

Für den Ölmarkt ist dennoch bereits die Aussicht auf eine Lösung relevant. Vor Beginn des Konflikts liefen durch die Straße von Hormus rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Die derzeitigen Liefermengen liegen dagegen nur noch bei etwa einem Viertel des Vorkriegsniveaus. Eine schrittweise Normalisierung könnte deshalb erhebliche zusätzliche Mengen auf den Weltmarkt zurückbringen.

Ölpreise erreichen niedrigstes Niveau seit Beginn der jüngsten Eskalation
Die Marktteilnehmer honorieren die diplomatischen Fortschritte inzwischen deutlich. Brent fiel am Donnerstagmorgen auf rund 87,40 Dollar je Barrel, WTI auf etwa 81,86 Dollar. Damit setzt sich der Preisrückgang bereits den vierten Handelstag in Folge fort.

Gleichzeitig wäre es verfrüht, von einer vollständigen Entspannung am Ölmarkt zu sprechen. Die Schifffahrt durch Hormus ist weiterhin massiv eingeschränkt und die Gespräche zwischen Iran, Oman und den weiteren Konfliktparteien sind noch nicht abgeschlossen. Hinzu kommen weiterhin erhebliche Störungen bei der Produktion und Verarbeitung von Ölprodukten. Besonders der Dieselmarkt bleibt angespannt, da durch Schäden an Raffinerien im Nahen Osten und in Russland weltweit weniger Raffineriekapazitäten zur Verfügung stehen.

US-Sanktionskampagne bleibt ein zusätzliches Risiko
Auch die von den USA gestartete „Operation Economic Outcast“ bleibt für den Ölmarkt relevant. Washington hat den Spielraum für Sekundärsanktionen gegen ausländische Unternehmen ausgeweitet und fast 60 Organisationen, Personen und Schiffe ins Visier genommen. Darunter befinden sich auch Unternehmen und Tanker, die am Transport iranischen Öls beteiligt gewesen sein sollen.

Sollten die USA ihre Maßnahmen künftig auch stärker gegen wichtige Abnehmer oder Finanzinstitute ausweiten, könnte dies das iranische Ölangebot zusätzlich beschneiden. Kurzfristig wird dieser Effekt am Markt allerdings von der Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus überlagert.

Heizölpreise deutlich günstiger erwartet
Der weitere Rückgang der Rohölpreise und insbesondere der anhaltende Preisverfall bei den Ölprodukten sorgen auch auf dem deutschen Heizölmarkt für deutliche Entlastung. Nachdem bereits gestern Abschläge von rund 6,20 bis 7,20 Euro pro 100 Liter erwartet wurden, dürfte sich die Abwärtsbewegung heute zunächst fortsetzen.

Aktuell sind für Heizöl im Bundesgebiet weitere Abschläge von etwa -2,50 bis -3,50 Euro pro 100 Liter gegenüber Mittwochvormittag zu erwarten. Die genannten Werte sind aufgrund der weiterhin sehr hohen geopolitischen Unsicherheit lediglich Momentaufnahmen und können sich im Tagesverlauf noch deutlich verändern.

Entscheidend bleibt nun, ob aus den Gesprächen zwischen Iran und Oman tatsächlich eine belastbare Regelung für die Schifffahrt entsteht. Der Ölmarkt handelt derzeit bereits die Hoffnung auf zusätzliche Liefermengen – geliefert werden müssen sie allerdings erst noch.

1 USD = 0,8578€
Stand: 27.08.2026, nächstes Update: 28.08.2026

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