Wir haben nur Heizöl im Kopf

Ölpreise bleiben unter geopolitischem Druck

07.09.26

Markt befürchtet erneute Einmischung Israels in den Konflikt
Im Vergleich zum vergangenen Freitag zeichnet sich an den Ölbörsen ein deutlicher Preisanstieg ab. Hauptgrund ist die erneute Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran am vergangenen Wochenende. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Allerdings kam es am Donnerstagnachmittag an den Börsen zu einer technischen Abwärtskorrektur. Die europäischen Kontrakte Brent und Gasoil schlossen dadurch geringfügig niedriger als am Vortag.
Der europäische Rohölkontrakt Brent hatte am frühen Donnerstagnachmittag zunächst noch den höchsten Stand seit fast sechs Wochen erreicht. Auslöser waren unter anderem Drohungen des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz gegenüber dem Iran.
Bereits am Mittwoch hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während eines Besuchs einer traditionellen jüdischen Hochschule in Sderot vor einem möglichen iranischen Angriff auf Israel gewarnt. Katz schlug am Donnerstag bei einer Zeremonie im Verteidigungsministerium im Vorfeld des jüdischen Neujahrsfestes, das am 11. September beginnt, in dieselbe Kerbe.
Zwar räumte der Verteidigungsminister ein, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran Wirkung zeigen. Gleichzeitig äußerte er die Sorge, dass der zunehmende wirtschaftliche Druck Teheran zu weiteren Maßnahmen bewegen könnte. Sollte sich der Iran erneut gegen Israel richten, kündigte Katz massive Gegenmaßnahmen an, die auch die iranische Energieinfrastruktur treffen könnten.
Israel hatte Ende Februar gemeinsam mit den USA Ziele im Iran angegriffen. Darauf folgten iranische Vergeltungsschläge sowie die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Eine erneute militärische Eskalation könnte damit auch die für den internationalen Ölmarkt strategisch wichtige Meerenge wieder stärker beeinträchtigen.
Mitteldestillate bleiben trotz Bestandsaufbau knapp
Während die Rohölkontrakte an den Börsen in den USA und Europa am Donnerstag neue Mehrwochenhochs erreichten, blieb der europäische Mitteldestillatkontrakt Gasoil unter seinem Mehrmonatshoch vom Mittwoch. Dazu dürfte auch der wöchentliche Ölmarktbericht des US-Energieministeriums beigetragen haben.
Für die Woche bis zum 28. August meldete das Ministerium einen überraschenden, wenn auch leichten Anstieg der US-Destillatbestände. Gleichzeitig ging die Nachfrage in dieser Produktkategorie zurück. Die Vorräte liegen im saisonalen Vergleich weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau. Der unerwartete Bestandsaufbau sorgte angesichts der angespannten Versorgungslage jedoch zumindest vorübergehend für eine Verschnaufpause.
Heizölpreise heute günstiger erwartet
Die technische Abwärtskorrektur beim Gasoil-Kontrakt wirkt sich auch auf die Inlandspreise aus. Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet können heute Morgen mit Abschlägen von etwa 1,90 bis 2,50 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen rechnen. Trotz dieser kurzfristigen Entlastung bleibt der Heizölmarkt angesichts der geopolitischen Risiken und des insgesamt hohen Preisniveaus angespannt.

1 USD = 0,8611€
Stand: 07.09.2026, nächstes Update: 08.09.2026

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