Wir haben nur Heizöl im Kopf

Ölexporte steigen, doch neue Angriffe halten den Nahostmarkt unter Druck

05.10.26

Gemischte Signale aus dem Nahen Osten
Die Ölmärkte bleiben zwischen positiven, negativen und neutralen Nachrichten zur Versorgungslage im Nahen Osten hin und her gerissen. Zunehmende Öltransporte aus der Region sorgen zwar für Entlastung und auch die weiterhin laufenden Friedensbemühungen wecken Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage. Neue Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus lassen diese Zuversicht jedoch immer wieder schwinden.

Entsprechend kam es an den Rohölbörsen nach zunächst rückläufigen Kursen im Laufe des Tages zu deutlichen Preissteigerungen. Die Märkte reagieren weiterhin sehr sensibel auf jede neue Entwicklung rund um die wichtige Handelsroute.

Ölexporte nähern sich wieder dem Vorkriegsniveau
In den vergangenen Tagen häuften sich Meldungen, wonach die Öltransporte durch die Straße von Hormus inzwischen nahezu wieder das Niveau vor Ausbruch des Krieges erreicht haben. Die zunehmenden Transporte sorgen grundsätzlich für eine deutliche Entlastung des internationalen Ölmarktes.

Allerdings führt der verstärkte Schiffsverkehr inzwischen selbst zu Problemen. Die produzierenden Länder versuchen, ihre Öllieferungen in sicherere Gewässer vor der Küste Omans zu bringen. Dort befinden sich mittlerweile so viele Schiffe, dass es vereinzelt zu Behinderungen und gegenseitigen Blockaden kommt. Dadurch werden Verladungen und Transporte teilweise verlangsamt.

Trotz dieser Einschränkungen bleibt die zunehmende Menge der Ölexporte grundsätzlich eine positive Nachricht für die Versorgungslage und entlastet den Markt.

Angriffe auf Schiffe nehmen wieder zu
Gleichzeitig hat die Zahl der Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus in dieser Woche deutlich zugenommen. Nach Angaben der maritimen Koordinierungs- und Sicherheitsstelle UKMTO wurden mindestens fünf verschiedene Schiffe in der Meerenge von unbekannten Angreifern beziehungsweise durch vermutlich aus dem Iran abgefeuerte Projektile getroffen.

Wie groß die Schäden an den betroffenen Schiffen sind, ist bislang unklar. Die Vorfälle zeigen jedoch deutlich, dass trotz des wieder zunehmenden Schiffsverkehrs noch keine sichere Passage durch die Straße von Hormus gewährleistet ist.

USA verstärken Militärpräsenz in der Region
Für zusätzliche Nervosität an den Märkten sorgt die geplante Verstärkung der US-Militärpräsenz im Nahen Osten. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters lässt das Pentagon derzeit einen dritten Flugzeugträger sowie rund 10.000 zusätzliche Marinesoldaten in Richtung Nahost verlegen.

Damit soll der militärische Handlungsspielraum für den Fall einer weiteren Ausweitung der Angriffe und einer erneuten Eskalation vergrößert werden. Die US-Streitkräfte und Waffensysteme würden damit wieder ein Niveau erreichen, das zuletzt im April bestanden hatte, bevor sich die Lage im Spätfrühling vorübergehend beruhigte.

An den Ölmärkten werden diese Entwicklungen entsprechend kritisch aufgenommen. Die geplante Verstärkung der US-Militärpräsenz steht im Gegensatz zu den Hoffnungen auf eine nachhaltige diplomatische Lösung und erhöht damit die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Konflikts.

Heizölpreise geben zunächst deutlich nach
Der deutsche Heizölmarkt reagiert weiterhin unmittelbar auf die wechselnden Nachrichten aus dem Nahen Osten. Einer stabileren Versorgungslage stehen die anhaltenden Konfliktrisiken und die unsichere militärische Entwicklung gegenüber.

Trotz der erneuten Preissteigerungen an den Rohölbörsen profitieren Heizölkäufer am Montag zunächst von deutlichen Abschlägen. Gegenüber Donnerstagvormittag werden im Bundesgebiet aktuell Preisrückgänge von etwa 3,25 bis 4,85 Euro pro 100 Liter erwartet.

Angesichts der weiterhin hohen geopolitischen Spannungen sind diese Werte jedoch nur als Momentaufnahme zu verstehen. Neue Angriffe, Veränderungen bei den Ölexporten oder Fortschritte beziehungsweise Rückschläge bei den Friedensbemühungen können die Heizölpreise jederzeit wieder deutlich beeinflussen.

1 USD = 0,8889€
Stand: 05.10.2026, nächstes Update: 06.10.2026

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