Wir haben nur Heizöl im Kopf

Nahostkonflikt hält Energiemärkte in Atem – Heizölpreise ziehen vor dem Wochenende an

20.07.26

Spannungen im Nahen Osten verschärfen sich weiter
Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. In der Nacht zum Freitag setzte das US-Zentralkommando CENTCOM seine Angriffe auf iranische Ziele fort. Der Iran reagierte darauf mit Angriffen auf US-Stützpunkte in der Region. Gleichzeitig sorgen Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Iran und der Huthi-Miliz im Jemen für zusätzliche Unsicherheit an den internationalen Energiemärkten. Während die Rohölpreise bislang vergleichsweise stabil bleiben, verteuern sich Ölprodukte wie Heizöl und Kraftstoffe weiter.

Huthi-Miliz droht mit Blockade der Meerenge Bab al-Mandeb
Nach Informationen aus anonymen Quellen soll der Iran die Huthi-Miliz aufgefordert haben, eine Seeblockade an der Meerenge Bab al-Mandeb vorzubereiten. Diese verbindet das Rote Meer mit dem Arabischen Meer und zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Den Berichten zufolge soll eine Blockade erfolgen, falls die USA iranische Energieinfrastruktur angreifen.

Der Anführer der Huthi-Miliz erklärte darüber hinaus, eine Sperrung der Meerenge sei auch dann möglich, wenn Saudi-Arabien militärisch gegen die Miliz vorgeht oder weitere Blockaden errichtet.

Die Huthi-Miliz kämpft seit Jahren gegen die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung des Jemen. Bereits zwischen 2023 und 2025 kam es wiederholt zu Angriffen auf Handelsschiffe im Roten Meer sowie zu Beschlagnahmungen von Frachtern. Nachdem sich die Lage Ende 2025 vorübergehend beruhigt hatte, nahmen die Spannungen zuletzt wieder deutlich zu, nachdem die jemenitische Regierung einen von der Miliz kontrollierten Flughafen angegriffen hatte.

Wichtige Handelsroute für den Welthandel
Die Meerenge Bab al-Mandeb besitzt eine zentrale Bedeutung für den internationalen Warenverkehr. Während die Straße von Hormus vor allem für den weltweiten Rohölexport von entscheidender Bedeutung ist, stellt Bab al-Mandeb den Zugang zum Suezkanal sicher. Über diese Route werden große Mengen an Waren zwischen Europa und Asien transportiert.

Sollte die Meerenge blockiert werden, müssten zahlreiche Schiffe den deutlich längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen. Dies würde die Transportkosten erheblich erhöhen und Lieferzeiten um etwa zwei Wochen verlängern.

Rohöl bleibt stabil, Ölprodukte geraten unter Druck
Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen reagieren die Rohölmärkte bislang vergleichsweise gelassen. Zwar waren Anfang Juli deutliche Preissteigerungen zu beobachten, seit Dienstag bewegen sich die Rohölnotierungen jedoch in einer engen Handelsspanne und liegen weiterhin unter dem Niveau des vergangenen Frühjahrs. Hintergrund ist, dass trotz der angespannten Sicherheitslage weiterhin – wenn auch in geringerem Umfang – Öl aus der Region exportiert wird.

Anders stellt sich die Situation bei den Ölprodukten dar. Die Märkte für Heizöl und Kraftstoffe reagieren deutlich empfindlicher auf die geopolitischen Risiken. Neben den Entwicklungen im Nahen Osten belastet auch der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine die weltweite Versorgung mit Treibstoffen. Das begrenzte Angebot sorgt für anhaltenden Preisdruck auf den internationalen Produktmärkten.

Heizölpreise steigen vor dem Wochenende
Die gestiegenen Notierungen für Zwischenprodukte der Erdölverarbeitung wirken sich zum Wochenausklang unmittelbar auf den deutschen Heizölmarkt aus. Für Freitag werden Preisaufschläge von durchschnittlich 2,10 bis 3,10 Euro je 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet.

Angesichts der angespannten geopolitischen Lage bleibt die Preisentwicklung jedoch äußerst dynamisch. Weitere politische oder militärische Ereignisse können die Notierungen jederzeit in die eine oder andere Richtung bewegen und den Heizölmarkt kurzfristig beeinflussen.

1 USD = 0,8750€
Stand: 20.07.2026, nächstes Update: 21.07.2026

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