Wir haben nur Heizöl im Kopf

Nahost-Konflikt und russische Exportpläne treiben Ölpreise kräftig nach oben – Heizöl deutlich teurer

10.07.26

Der Mittwoch brachte gleich mehrere Entwicklungen, die den internationalen Energiemärkten spürbaren Auftrieb verliehen. Zum einen verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran erneut, nachdem US-Präsident Donald Trump das Ende der bisherigen Waffenruhe verkündete. Zum anderen kündigte Russland ein Exportverbot für Diesel an und setzte damit den ohnehin angespannten Markt für Ölprodukte zusätzlich unter Druck. Die Folge waren deutliche Preisaufschläge an den Rohstoffbörsen, die sich auch heute am Heizölmarkt bemerkbar machen.

Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert weiter
Nachdem das US-Militär bereits am Dienstag zahlreiche iranische Militär- und Verteidigungsanlagen angegriffen hatte, wurden die Einsätze am Mittwoch fortgesetzt. Der Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Gegenangriffen auf militärische Einrichtungen in Bahrain und Kuwait. Auslöser der jüngsten Eskalation waren mehrere Angriffe auf Handelsschiffe und Tanker vor der Küste Omans sowie in der Straße von Hormus.

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, Ziel der Militäraktionen sei es, die Sicherheit und Freiheit der internationalen Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen. Die Lage auf der wichtigen Handelsroute bleibt jedoch äußerst angespannt.

Infolge der militärischen Auseinandersetzungen kam der Schiffsverkehr in der Meerenge zeitweise nahezu vollständig zum Erliegen. Die wenigen registrierten Frachtschiffe nutzten überwiegend die von iranischer Seite freigegebenen Routen entlang der Küste. Dort erhebt Teheran teilweise Transitgebühren und überwacht den Schiffsverkehr umfassend. Der bislang übliche freie Warenverkehr durch die Meerenge ist damit weiterhin stark eingeschränkt.

Russland kündigt Exportverbot für Diesel an
Zusätzlichen Preisdruck erzeugte die Ankündigung Russlands, die Ausfuhr von Diesel vorübergehend vollständig auszusetzen. Hintergrund sind die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, Tanklager und Energieinfrastruktur, die in den vergangenen Wochen erhebliche Produktions- und Versorgungsprobleme verursacht haben.

Ein Exportverbot für Benzin besteht bereits seit einiger Zeit. Mit der nun angekündigten Ausweitung auf Diesel verschärft sich insbesondere die Versorgungslage in Asien, wo zahlreiche Länder weiterhin stark auf russische Kraftstofflieferungen angewiesen sind. Das geringere Angebot ließ die Notierungen für Diesel und andere Raffinerieprodukte an den internationalen Börsen deutlich steigen.

Heizölpreise ziehen kräftig an
Die Kombination aus den verschärften Spannungen im Nahen Osten und den drohenden Angebotsausfällen bei russischen Ölprodukten sorgt derzeit für erheblichen Aufwärtsdruck an den Energiemärkten. Entsprechend müssen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland heute mit deutlichen Preisaufschlägen von etwa +4,65 bis +6,15 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber dem Vortag rechnen.

Angesichts der angespannten geopolitischen Lage bleibt die Preisentwicklung jedoch äußerst volatil. Weitere politische oder militärische Ereignisse können jederzeit zu spürbaren Richtungswechseln an den Öl- und Heizölmärkten führen.

1 USD = 0,8748€
Stand: 10.07.2026, nächstes Update: 13.07.2026

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