Wir haben nur Heizöl im Kopf

Nahost Konflikt treibt Heizölpreise auf höchsten Stand seit 2022

15.09.26

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten dauern inzwischen seit rund sechseinhalb Monaten an, ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. In den vergangenen Tagen hat sich die Lage nochmals deutlich verschärft. Eskalierende Schiffsangriffe zwischen den USA und dem Iran sowie verstärkte Angriffe der jemenitischen Huthi Miliz auf Saudi Arabien sorgen für zusätzliche Unsicherheit am Ölmarkt. Neue Angriffe auf saudische Ölanlagen haben die ohnehin eingeschränkten Öllieferungen aus der Region seit Ende der vergangenen Woche weiter belastet.
Die Ölbörsen reagierten mit deutlichen Preisaufschlägen bei Rohöl und Ölprodukten. Auch Heizöl hat sich entsprechend verteuert und wird inzwischen auf dem höchsten Preisniveau seit März 2022 gehandelt.
Die jüngsten Eskalationen rund um den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus sowie der erneut aufflammende Konflikt mit der Huthi Miliz sorgen für anhaltende Sorgen um die weltweite Versorgung. In Deutschland sind die Heizölpreise gegenüber dem vergangenen Freitag um durchschnittlich 2,57 Euro pro 100 Liter gestiegen und haben damit ein Vier einhalb Jahres Hoch erreicht. Im Vergleich zum vergangenen Montag kostet Heizöl heute Vormittag durchschnittlich 12,61 Euro mehr. Gegenüber Mitte August beträgt der Aufschlag bereits 28,85 Euro pro 100 Liter.
Langfristige Preisentwicklung
Wie stark der Nahost Konflikt die Preise an den Ölmärkten beeinflusst, zeigt insbesondere die langfristige Entwicklung. 100 Liter Heizöl kosten aktuell 54,75 Euro mehr als vor drei Monaten. Damals hatten sich die schwersten Spannungen des Konflikts vorübergehend etwas beruhigt.
Noch deutlicher fällt der Vergleich mit den Vorjahren aus. Gegenüber dem Vorjahr müssen Heizölkäuferinnen und Heizölkäufer aktuell 76,95 Euro mehr pro 100 Liter bezahlen. Im Vergleich zum September 2024 beträgt der Aufschlag sogar 79,38 Euro. Damit hat sich Heizöl innerhalb von zwei Jahren um 90,4 Prozent verteuert.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
Vorläufige Außerbetriebnahme saudischer Ost West Pipeline

Im Zuge der Auseinandersetzungen im Nahen Osten wurde eine der wichtigsten saudischen Export Pipelines getroffen und vorübergehend außer Betrieb genommen. Wie schwer die Schäden sind, ist bislang nicht bekannt. Auch wann die Anlage wieder vollständig in Betrieb genommen werden kann, bleibt offen.
Die Unsicherheit über die Dauer des Ausfalls belastet den Ölmarkt zusätzlich, da dadurch weitere Exportmöglichkeiten aus der wichtigen Förderregion eingeschränkt werden könnten.
Iran und USA bleiben auf Eskalationskurs
Auch zwischen dem Iran und den USA haben die Spannungen in den vergangenen Wochen erheblich zugenommen. Keine der beiden Seiten scheint derzeit bereit, nachzugeben. Sowohl Washington als auch Teheran haben wiederholt signalisiert, zu weiteren Eskalationen bereit zu sein, sollte die jeweils andere Seite ihre Angriffe auf Schiffe und Ölanlagen nicht einstellen.
Damit bleibt insbesondere die Entwicklung rund um die Straße von Hormus ein erheblicher Unsicherheitsfaktor für den internationalen Ölmarkt.
China baut Ölimporte wieder aus
Zusätzlichen Preisdruck erzeugt die Entwicklung der chinesischen Ölnachfrage. Während das weltweite Angebot aufgrund der geopolitischen Spannungen bereits deutlich angespannt ist, sucht China derzeit wieder nach größeren Importmengen als in den vergangenen Monaten.
Damit trifft eine steigende Nachfrage auf ein ohnehin knappes Angebot. Die Konkurrenz um die verfügbaren Ölmengen nimmt dadurch weiter zu und kann die Preise am Weltmarkt zusätzlich nach oben treiben.
Heizölmarkt bleibt stark unter Druck
Für den deutschen Heizölmarkt ergibt sich damit weiterhin ein überwiegend preistreibendes Umfeld. Eingeschränkte Lieferungen aus dem Nahen Osten, die Angriffe auf saudische Infrastruktur, die ungelöste Konfrontation zwischen Iran und USA und die wieder steigende chinesische Nachfrage verstärken die Sorgen um die weltweite Versorgung. Heizöl hat dadurch inzwischen den höchsten Preisstand seit März 2022 erreicht.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Litern Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Transportkosten können die Preise regional abweichen. Stand der Preise: 14.09.2026.

1 USD = 0,8657€
Stand: 15.09.2026, nächstes Update: 16.09.2026

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