Wir haben nur Heizöl im Kopf

Iran-Konflikt bleibt ungelöst und hält Ölmarkt unter Druck

30.09.26

Verhandlungen zwischen Washington und Teheran bleiben schwierig
Trotz einer gewissen Annäherung zwischen Washington und Teheran bleibt eine Einigung im Iran-Konflikt weiterhin in weiter Ferne. Die in der vergangenen Woche wieder aufgenommenen Gespräche haben bislang vor allem deutlich gemacht, wie weit die Positionen der beiden Kriegsparteien weiterhin auseinanderliegen. Entsprechend verunsichert reagieren die Märkte. Die Preise schwanken deutlich, bewegen sich insgesamt jedoch weiterhin auf hohem Niveau.

Atomprogramm bleibt zentraler Streitpunkt
Für zwischenzeitliche Preisnachlässe sorgte am Dienstagabend eine Meldung des US-Nachrichtenportals Axios. Demnach habe Washington dem Iran Erleichterungen bei den Sanktionen in Aussicht gestellt, sollte Teheran im Streit um sein Atomprogramm Zugeständnisse machen.

Der Atomstreit gehört zu den zentralen Konfliktpunkten zwischen beiden Seiten. Während die USA dem Iran die Fortführung seines Atomprogramms nicht ohne entsprechende Einschränkungen zugestehen wollen, beharrt Teheran auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomkraft.

Trump dementiert mögliche Zugeständnisse
Die Hoffnung auf einen entscheidenden Durchbruch hielt allerdings nur kurz an. US-Präsident Donald Trump dementierte die Darstellung von Axios und erklärte über soziale Medien, er habe dem Iran weder eine Lockerung der Sanktionen noch die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte angeboten. Die Meldung bezeichnete Trump als falsch.

Damit bleibt weiterhin offen, ob die laufenden Verhandlungen tatsächlich zu substanziellen Fortschritten führen können. Die widersprüchlichen Signale sorgen entsprechend für hohe Unsicherheit an den Finanz- und Rohstoffmärkten.

Straße von Hormus bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Auch für die Situation im Persischen Golf zeichnet sich trotz der fortgesetzten Gespräche bislang keine grundlegende Lösung ab. Insbesondere die Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt. Gleichzeitig deuten jüngste Schätzungen darauf hin, dass die Ölexporte durch die wichtige Meerenge nicht mehr vollständig zum Erliegen gekommen sind. Stattdessen scheint sich inzwischen wieder ein kleiner, aber stetiger Strom von Öllieferungen durch die Route zu bewegen.

Von den früheren Transportmengen ist der Markt allerdings weiterhin deutlich entfernt. Vor Ausbruch des Krieges wurden täglich rund 20 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus transportiert. Im laufenden Monat waren es dagegen lediglich knapp 13 Millionen Barrel pro Tag.

Der Analyst Tim Waterer von KCM Trade weist zudem darauf hin, dass ein großer Teil der gestiegenen Exportmengen weiterhin über Umgehungslösungen wie den Umschlag von Öl zwischen Schiffen abgewickelt werde. Diese Verfahren seien weniger effizient und teurer als der reguläre Betrieb. Entsprechend blieben auch die Rohölpreise auf einem erhöhten Niveau.

Heizölpreise bleiben volatil
Die hohe Unsicherheit am internationalen Ölmarkt spiegelt sich auch bei den Heizölpreisen in Deutschland wider. Aufgrund der wechselnden Nachrichtenlage kann es im Tagesverlauf weiterhin zu Anpassungen in beide Richtungen kommen.

Am Mittwochvormittag zeichnen sich im Bundesgebiet durchschnittlich leichte Abschläge von etwa 0,50 bis 1,30 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Montagvormittag ab. Die weitere Preisentwicklung bleibt angesichts der unsicheren Lage rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie der weiterhin eingeschränkten Ölexporte durch die Straße von Hormus stark von den kommenden Nachrichten abhängig.

1 USD = 0,8815€
Stand: 30.09.2026, nächstes Update: 01.10.2026

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