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IEA warnt vor anhaltender Ölkrise: Heizölpreise steigen erneut

28.10.26

Keine schnelle Entspannung am globalen Ölmarkt in Sicht
Die geopolitischen Krisen der vergangenen Monate haben das weltweite Angebot an Rohöl und Ölprodukten erheblich belastet und die Preise deutlich nach oben getrieben. Eine schnelle Rückkehr zu einer entspannteren Versorgungslage ist derzeit nicht absehbar. Auch Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), rechnet damit, dass die Energiemärkte noch weit bis ins kommende Jahr hinein unter Druck stehen werden.

Nach Einschätzung des IEA-Chefs werden die Märkte 2027 voraussichtlich noch nicht wieder das Niveau erreichen, das vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar herrschte. Bei einer Konferenz in Singapur erklärte Birol am Montag, er sehe keinen realistischen Weg zu einer solchen Normalisierung im kommenden Jahr.

Hohe Ölpreise belasten die Weltwirtschaft
Die Auswirkungen der angespannten Versorgungslage sind bereits deutlich spürbar. Laut Birol bewegen sich die Ölpreise nahe der Marke von 120 US-Dollar je Barrel, während die Preise für Ölprodukte noch deutlich höher liegen. Für zahlreiche Länder hat dieses Preisniveau erhebliche wirtschaftliche Folgen.

Während einige europäische Staaten die Belastungen nach Einschätzung des IEA-Direktors noch verkraften können, geraten andere Volkswirtschaften zunehmend unter Druck. Besonders für Länder, die große Mengen Energie importieren müssen, verschlechtern sich durch die hohen Kosten die Handelsbilanzen. Die anhaltende Ölkrise entwickelt sich damit nicht nur zu einem Problem für die Energieversorgung, sondern auch zu einer Belastung für die globale Wirtschaft.

Dieselversorgung bleibt angespannt, schwieriger Winter möglich
Auch bei der Versorgung mit Diesel erwartet Birol keine schnelle Entlastung. Selbst Europa könnte im kommenden Winter vor erheblichen Herausforderungen stehen. Weltweite Wartungsarbeiten in Raffinerien schränken die verfügbare Produktionskapazität ein. Gleichzeitig fehlen russische Gasexporte, während die Folgen des Iran-Krieges wichtige Energielieferanten im Nahen Osten treffen.

Insbesondere Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate müssen ihre Exportmengen infolge der aktuellen Krise reduzieren. Dadurch geraten nicht nur die Ölmärkte, sondern auch die Gasmärkte weiter unter Druck. Die Kombination aus eingeschränktem Angebot, hohen Preisen und zusätzlichen Versorgungsrisiken erschwert eine schnelle Stabilisierung der Energiemärkte.

Ölkrise könnte Kernenergie wieder stärker in den Fokus rücken
Als mögliche langfristige Reaktion auf die aktuelle Energiekrise erwartet Birol eine gewisse Wiederbelebung der Kernenergie. Nach einer jüngsten Erhebung der Internationalen Energieagentur befinden sich weltweit Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 90 Gigawatt im Bau. Ein vergleichbares Bauvolumen wurde demnach seit rund 40 Jahren nicht mehr erreicht.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Bedeutung einer diversifizierten Energieversorgung angesichts geopolitischer Risiken und unsicherer Lieferketten wieder stärker in den Mittelpunkt rückt. Kurzfristig dürfte der Ausbau neuer Kernkraftkapazitäten die angespannte Versorgungslage bei Öl und Diesel allerdings nicht lösen.

Heizölpreise steigen angesichts knapper Ölprodukte erneut
Die angespannte Angebotslage bei Ölprodukten hält auch die Heizölpreise in Deutschland auf einem hohen Niveau. Nachdem die Preise bereits durch die geopolitischen Krisen und die eingeschränkte Verfügbarkeit wichtiger Energieträger unter Druck geraten waren, ist heute erneut ein Anstieg zu verzeichnen.

Gegenüber Montag müssen Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell mit Aufschlägen von etwa 3,10 bis 4,10 Euro je 100 Liter rechnen. Auch im Vergleich zum Vortag haben sich die Preise damit weiter erhöht.

Heizölmarkt bleibt von knapper Versorgung geprägt
Die Einschätzung der Internationalen Energieagentur verdeutlicht, dass eine schnelle und nachhaltige Entspannung am Ölmarkt derzeit nicht zu erwarten ist. Die eingeschränkten Exportmöglichkeiten wichtiger Lieferländer, die Belastungen für Raffinerien und die anhaltenden geopolitischen Risiken dürften die Preise für Rohöl und Ölprodukte weiterhin beeinflussen.

Für den deutschen Heizölmarkt bedeutet dies, dass das Risiko eines länger anhaltenden hohen Preisniveaus bestehen bleibt. Weitere Versorgungsengpässe oder eine Verschärfung der geopolitischen Lage könnten zusätzliche Preissteigerungen auslösen. Eine Entlastung wäre dagegen vor allem dann zu erwarten, wenn sich die Liefermengen erholen und die Sicherheitslage in den betroffenen Regionen nachhaltig verbessert.

1 USD = 0,8975€
Stand: 28.10.2026, nächstes Update: 29.10.2026

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