Wir haben nur Heizöl im Kopf

IEA plant weitere Ölreservenfreigabe und sorgt für Entlastung am Heizölmarkt

19.10.26

Internationale Energieagentur will Versorgung stabilisieren
Die Internationale Energieagentur (IEA) will gemeinsam mit ihren Mitgliedsländern weitere 100 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte aus staatlichen Reserven möglichst zeitnah auf den Markt bringen. Darunter sollen mehr als 20 Millionen Barrel Diesel sein. Mit den zusätzlichen Mengen soll der Preisdruck an den internationalen Energiemärkten verringert werden. Während die Rohölpreise am Donnerstag leicht zulegten, gaben die Notierungen für Ölprodukte nach. Davon profitierte auch der deutsche Heizölmarkt.

Weitere Reserven sollen möglichst bald verfügbar sein
Bereits vor rund zwei Wochen war eine zusätzliche Freigabe von insgesamt 100 Millionen Barrel Öl und Ölprodukten angekündigt worden. Nach den jüngsten Beratungen der 32 IEA-Mitgliedsländer sollen nun mehr als 20 Millionen Barrel Diesel aus strategischen Reserven bereitgestellt werden. Zuvor war noch von 50 Millionen Barrel Diesel innerhalb der Gesamtmenge die Rede gewesen.

Die neue Freigabe ergänzt eine bereits im März angekündigte Maßnahme. Damals hatten die IEA-Mitglieder beschlossen, insgesamt 400 Millionen Barrel Öl für Raffinerien und Händler bereitzustellen, um die Auswirkungen des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran auf die Energiepreise abzufedern. Davon wurden bislang rund 330 Millionen Barrel verteilt. Werden die nun bestätigten zusätzlichen Mengen vollständig freigegeben, steigt das Gesamtvolumen der angekündigten und bereits erfolgten Maßnahmen auf rund 430 Millionen Barrel.

Wann die zusätzlichen Mengen tatsächlich auf den Markt gelangen, ist noch nicht bekannt. Die Bereitstellung soll jedoch so schnell wie möglich erfolgen.

USA halten geplante Freigabe für unzureichend
Die Vereinigten Staaten unterstützen die bisherigen Maßnahmen, sehen den Umfang der geplanten Freigabe allerdings offenbar kritisch. Als größter Erdölproduzent der Welt sind die USA ebenfalls Mitglied der IEA. Im Rahmen der im März angekündigten Maßnahmen hatten sie die Bereitstellung von knapp 172 Millionen Barrel Öl und Ölprodukten zugesagt. Die letzten 40 Millionen Barrel wurden Ende September ausgeschrieben.

Weitere Freigaben aus den amerikanischen Reserven wurden bislang nicht angekündigt. Anonyme Vertreter der US-Seite sollen jedoch erklärt haben, dass die geplanten zusätzlichen 100 Millionen Barrel nicht ausreichten. Ihrer Einschätzung zufolge müssten mindestens weitere 100 Millionen Barrel freigegeben werden, um den Markt stärker zu entlasten.

Ob die USA selbst zusätzliche Mengen bereitstellen wollen, blieb offen. Weder die IEA noch die zuständigen US-Energiebehörden machten nähere Angaben zu möglichen weiteren Schritten. Auch ist derzeit nicht bekannt, ob die IEA über die inzwischen insgesamt rund 430 Millionen Barrel hinaus weitere Freigaben plant.

Sinkende Ölproduktpreise entlasten den Heizölmarkt
Die Aussicht auf zusätzliche Mengen aus strategischen Reserven sorgte am Donnerstag und am frühen Freitag für nachgebende Preise bei den international gehandelten Ölprodukten. Während Rohöl zuletzt leicht teurer wurde, gaben die Produktnotierungen nach. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Heizölpreise in Deutschland aus.

Verbraucherinnen und Verbraucher können zum Freitagmorgen mit Preisabschlägen von etwa 1,85 bis 2,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag rechnen.

Die zusätzlichen Reserven könnten kurzfristig für eine bessere Versorgung und niedrigere Preise sorgen. Entscheidend ist jedoch, wann die angekündigten Mengen tatsächlich verfügbar sind und wie sich die geopolitische Lage weiterentwickelt. Die Heizölpreise bleiben daher anfällig für neue Schwankungen. Die aktuellen Preisabschläge sind eine Momentaufnahme und können sich im Tagesverlauf je nach Marktentwicklung verändern.

1 USD = 0,8909€
Stand: 19.10.2026, nächstes Update: 20.10.2026

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