Wir haben nur Heizöl im Kopf

Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien treiben Heizölpreise deutlich nach oben

15.10.26

Neue Eskalation im Nahen Osten belastet die Ölmärkte
Während die USA zuletzt mit angekündigten Vereinbarungen mit Russland auf eine Entspannung der Ölproduktmärkte hingewirkt haben, verschärft sich die Lage im Nahen Osten erneut. Die im Jemen ansässige Huthi-Miliz hat ihre Drohungen gegen Saudi-Arabien verstärkt und weitere Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes angekündigt. Berichte über tatsächliche Angriffe schürten anschließend die Sorge vor möglichen Ausfällen bei der saudischen Ölförderung und den Exporten. Die internationalen Rohölpreise legten daraufhin leicht zu, während die Preise für Ölprodukte deutlich stärker anstiegen.

Huthi-Miliz erklärt Saudi Aramco zum Angriffsziel
Der Militärsprecher der Huthi, Yahya Saree, hatte am Dienstag angekündigt, Anlagen des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco als legitime Angriffsziele zu betrachten. Zugleich forderte er saudische Bürger und Beschäftigte auf, sich von Energieanlagen des Unternehmens fernzuhalten. Dazu zählen Raffinerien, Pipelines und Förderstätten. Auch vor möglichen Angriffen auf saudische Flughäfen wurde gewarnt.

Besonders im Fokus steht der internationale Flughafen King Khalid in Riad, der in der vergangenen Woche mehrfach Ziel schwerer Raketen- und Drohnenangriffe gewesen sein soll. Nach den vorliegenden Angaben kamen dabei insgesamt mindestens 18 Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. Der Flugverkehr über weiten Teilen Saudi-Arabiens ist eingeschränkt, zahlreiche Flüge wurden für die kommenden Tage gestrichen.

Feuer nach gemeldetem Angriff auf Aramco-Zentrale
Am Mittwoch meldete das saudische Energieministerium einen Treffer durch Marschflugkörper auf die Zentrale von Saudi Aramco in Dhahran. In einem Büroturm des Gebäudekomplexes sei daraufhin ein größeres Feuer ausgebrochen. Wie viele Menschen verletzt wurden und ob der Betrieb des Unternehmens beeinträchtigt ist, blieb zunächst unklar.

Die Meldung verstärkte die Sorgen vor weiteren Angriffen auf die saudische Energieinfrastruktur. Auch wenn bislang keine konkreten Ausfälle bei der Ölförderung oder den Exporten bestätigt wurden, wächst die Unsicherheit über die Versorgungssicherheit. Saudi-Arabien gehört zu den bedeutenden Ölproduzenten und Exporteuren weltweit. Einschränkungen bei Förderung, Verarbeitung oder Transport könnten deshalb erhebliche Auswirkungen auf das globale Angebot haben.

Ölproduktmärkte reagieren besonders empfindlich
Bereits die Drohungen der Huthi-Miliz hatten die Märkte für Diesel und andere Ölprodukte deutlich unter Druck gesetzt. Die Berichte über tatsächliche Angriffe verstärkten diese Entwicklung zusätzlich. Die Marktteilnehmer kalkulieren zunehmend das Risiko ein, dass weitere Attacken die Förderung, Raffinerien oder wichtige Transportwege beeinträchtigen könnten.

Damit geraten die Hoffnungen auf eine Entspannung durch zusätzliche russische Diesellieferungen vorerst in den Hintergrund. Solange die Sicherheitslage in Saudi-Arabien angespannt bleibt und weitere Angriffe nicht ausgeschlossen werden können, dürfte die Risikoprämie an den internationalen Ölmärkten hoch bleiben.

Heizölpreise steigen deutlich
Die zunehmenden Sorgen um die Versorgung aus dem Nahen Osten wirken sich unmittelbar auf den deutschen Heizölmarkt aus. Nach aktuellen Einschätzungen müssen Abnehmerinnen und Abnehmer am Mittwoch mit Preisaufschlägen von etwa 5,40 bis 6,40 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag rechnen.

Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob die Angriffe zu tatsächlichen Einschränkungen bei der saudischen Ölproduktion oder den Exporten führen. Schon die Gefahr solcher Ausfälle kann die Preise deutlich steigen lassen. Da die geopolitische Lage weiterhin sehr dynamisch ist, handelt es sich bei den genannten Werten um eine Momentaufnahme. Im Tagesverlauf sind weitere Veränderungen und regionale Preisunterschiede möglich.

1 USD = 0,8944€
Stand: 15.10.2026, nächstes Update: 16.10.2026

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