Wir haben nur Heizöl im Kopf

Hoffnung auf neue Gespräche zwischen USA und Iran sorgt für günstigere Heizölpreise

04.08.26

Diplomatische Signale beruhigen die Ölmärkte
Zum Wochenbeginn richten sich die Blicke der Energiemärkte erneut auf den Nahen Osten. Neue Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise zunächst sinken lassen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass bereits am heutigen Montag Gespräche zwischen beiden Staaten stattfinden sollen. Zudem erklärte er, einen zuvor geplanten Militärschlag gegen den Iran abgesagt zu haben.

Die Aussicht auf eine mögliche Deeskalation wurde an den internationalen Ölbörsen positiv aufgenommen. Trotz der kurzfristigen Entspannung bleibt die Versorgungslage auf dem Weltmarkt jedoch angespannt, sodass das Preisniveau insgesamt weiterhin deutlich über dem der Vorjahre liegt.

Heizölpreise geben gegenüber Freitag nach
Die veränderte Stimmung an den Rohstoffmärkten macht sich auch bei den deutschen Heizölpreisen bemerkbar. Kosteten 100 Liter Heizöl am vergangenen Freitag im Bundesdurchschnitt noch 141,02 Euro, lag der Durchschnittspreis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 136,97 Euro. Damit verbilligte sich Heizöl innerhalb weniger Tage um rund vier Euro je 100 Liter.

Im Wochenvergleich zeigt sich dagegen kaum Bewegung. Gegenüber dem vergangenen Montag liegt der Durchschnittspreis lediglich um 0,04 Euro je 100 Liter höher. Auf Monatssicht bleibt das Preisniveau jedoch deutlich erhöht. Anfang Juli kosteten 100 Liter Heizöl durchschnittlich 126,60 Euro und damit rund acht Prozent weniger als heute.

Langfristig bleibt das Preisniveau außergewöhnlich hoch
Auch die längerfristige Entwicklung zeigt den anhaltenden Einfluss der geopolitischen Krisen auf den Heizölmarkt. Zwar hatte sich das Preisniveau Ende Juni während einer vorübergehenden Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wieder den Vorjahreswerten angenähert. Die erneute Eskalation im Juli führte jedoch zu einem kräftigen Preisanstieg.

Aktuell liegen die Heizölpreise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiterhin rund 47 Prozent höher. Gegenüber vor zwei Jahren zahlen Verbraucher im Bundesdurchschnitt etwa 38,74 Euro beziehungsweise rund 40 Prozent mehr je 100 Liter.

Zahlreiche Risikofaktoren stützen die Preise
Trotz der jüngsten Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte bleiben die Belastungsfaktoren am Ölmarkt bestehen. Die Sperrung wichtiger Schifffahrtsrouten im Nahen Osten sowie die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz im Roten Meer beeinträchtigen weiterhin die Versorgung. Hinzu kommt eine Ausweitung des Konflikts auf den Irak sowie ein Drohnenangriff auf einen ägyptischen Mittelmeerhafen.

Auch der Krieg in der Ukraine belastet den Markt unverändert. Angriffe auf russische Raffinerien und Exportanlagen schränken das Angebot an Ölprodukten ein. Zusätzlich sorgen wiederholte Angriffe auf ein bedeutendes Exportterminal für kasachisches Rohöl im Schwarzen Meer für weitere Unsicherheiten bei der Versorgung.

Im Inland bleibt die anhaltende Trockenheit ein zusätzlicher Preistreiber. Niedrige Wasserstände auf den deutschen Binnenwasserstraßen erschweren den Transport von Mineralölprodukten, erhöhen die Frachtraten und führen regional zu Versorgungsengpässen. An mehreren Pegelstellen am Rhein wurden bereits historische Niedrigwasserstände gemeldet.

Auswirkungen auf den Heizölmarkt
Die Aussicht auf neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran hat den Heizölmarkt zum Wochenbeginn vorübergehend entlastet und für spürbar niedrigere Preise gesorgt. Gleichzeitig bleiben die strukturellen Belastungsfaktoren bestehen. Geopolitische Spannungen, eingeschränkte Exportmöglichkeiten und logistische Probleme im Inland stützen das Preisniveau weiterhin. Ob die aktuelle Entspannung von Dauer ist, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die angekündigten Gespräche tatsächlich stattfinden und zu einer nachhaltigen Deeskalation führen.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis für eine Bestellung von 3.000 Litern Standard-Heizöl schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Regionale Preisabweichungen aufgrund unterschiedlicher Transportkosten sind möglich. Preisstand: 3. August 2026.

1 USD = 0,8687€
Stand: 04.08.2026, nächstes Update: 05.08.2026

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