Wir haben nur Heizöl im Kopf

Hoffnung auf Entspannung im Schiffsverkehr – Heizölpreise geben zum Wochenauftakt nach

03.08.26

Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nimmt wieder zu
Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, dennoch gibt es erste Anzeichen einer leichten Entspannung auf den internationalen Energiemärkten. Zwar hielten die gegenseitigen Luftangriffe zwischen den USA und dem Iran auch in der zweiten Wochenhälfte an und weiteten den Konflikt weiter aus. Gleichzeitig nahm der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus jedoch wieder leicht zu, was die Rohölpreise zeitweise unter Druck setzte.

Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler passierten am Mittwoch insgesamt 14 Tanker die strategisch wichtige Meerenge in beide Richtungen. In der Vorwoche hatte sich die Zahl noch im einstelligen Bereich bewegt. Die US-Regierung führt diese Entwicklung auf den verstärkten Einsatz der US-Marine zurück. Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright wurden zuletzt wieder mehrere Öl- und Gastanker durch die Straße von Hormus eskortiert. Allein in der vergangenen Woche sollen auf diesem Weg rund 6,5 Millionen Barrel Öl aus dem Persischen Golf transportiert worden sein.

Saudi-Arabien setzt auf internationale Zusammenarbeit
Parallel dazu bemüht sich Saudi-Arabien um eine stärkere Absicherung der Schifffahrt im Roten Meer. Medienberichten zufolge strebt die saudische Regierung den Aufbau einer internationalen Koalition mit rund 50 Staaten an. Ziel ist es, Angriffe der Huthi-Miliz sowie Piraterie und Schmuggel in der Region einzudämmen.

Die Route über die Meerenge Bab al-Mandeb und das Rote Meer hat für Saudi-Arabien erheblich an Bedeutung gewonnen, seit die Straße von Hormus nur noch eingeschränkt genutzt werden kann. Eine bessere Sicherung dieser wichtigen Handelsroute würde nicht nur den saudischen Ölexporten zugutekommen, sondern auch den internationalen Warenverkehr stabilisieren.

Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert
Unterstützung erhielten die Energiemärkte zudem von der Entwicklung am Devisenmarkt. Der Euro legte nach der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank sowie überraschend positiven Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone deutlich gegenüber dem US-Dollar zu.

Im Handelsverlauf überschritt die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,15 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit sechs Wochen. Ein stärkerer Euro verbilligt den Einkauf von Rohöl und Ölprodukten, die überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, und wirkt sich damit grundsätzlich preisdämpfend auf den deutschen Energiemarkt aus.

Heizölpreise profitieren von günstigeren Rahmenbedingungen
Die Kombination aus leicht nachgebenden Ölnotierungen und einem stärkeren Euro sorgt zum Wochenauftakt für Entlastung am deutschen Heizölmarkt. Zwar belasten die weiterhin niedrigen Wasserstände auf dem Rhein den Transport von Mineralölprodukten und halten die Logistikkosten auf einem erhöhten Niveau. Die preisdämpfenden Effekte an den internationalen Märkten überwiegen derzeit jedoch.

Für Verbraucher bedeutet dies sinkende Heizölpreise. Im Bundesdurchschnitt werden heute Preisabschläge von etwa 2,20 bis 3,20 Euro je 100 Liter gegenüber dem Vortag erwartet. Aufgrund der weiterhin angespannten geopolitischen Lage bleiben kurzfristige Preisschwankungen jedoch jederzeit möglich.

1 USD = 0,8667€
Stand: 03.08.2026, nächstes Update: 04.08.2026

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