Wir haben nur Heizöl im Kopf

Heizölpreise sinken nach überraschender Diesel-Vereinbarung zwischen USA und Russland

13.10.26

Geopolitische Unsicherheit prägt die Ölmärkte
Die internationalen Ölmärkte bleiben von den Konflikten zwischen den USA und dem Iran sowie zwischen Russland und der Ukraine geprägt. Anhaltende Angriffe und Sorgen um die Sicherheit wichtiger Energielieferungen sorgten im Verlauf der vergangenen Woche zunächst für moderate Preissteigerungen. Zum Start in die neue Woche gaben die Ölpreise jedoch wieder nach. Ausschlaggebend waren vor allem Berichte über eine überraschende Vereinbarung zwischen den USA und Russland zur Wiederaufnahme russischer Diesellieferungen.

Heizölpreise geben gegenüber Freitag deutlich nach
Die Entspannung an den internationalen Energiemärkten wirkt sich auch auf die Heizölpreise in Deutschland aus. Im bundesweiten Durchschnitt kostet Heizöl am Montag 4,34 Euro je 100 Liter weniger als am Freitag. Im Vergleich zum Montag der Vorwoche liegt das Preisniveau allerdings noch 1,05 Euro je 100 Liter höher. Gegenüber dem Stand vor einem Monat ergibt sich ein ähnlicher Aufschlag von 1,04 Euro je 100 Liter.

Langfristig bleiben die Preise deutlich erhöht
Trotz der jüngsten Preisrückgänge liegen die Heizölpreise weiterhin deutlich über dem Niveau der Sommermonate. Gegenüber Anfang der Sommersaison beträgt der Aufschlag aktuell 28,91 Euro je 100 Liter. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit den vergangenen beiden Jahren aus: Im bundesweiten Durchschnitt kostet Heizöl derzeit 75,23 Euro je 100 Liter mehr als vor einem Jahr und 72,00 Euro mehr als Mitte Oktober 2024.

Was spricht aktuell für steigende Heizölpreise?
Angriffe auf Tanker gefährden Öltransporte durch die Straße von Hormus

In den vergangenen zwei Wochen haben die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus deutlich zugenommen. Die strategisch wichtige Handelsroute südlich des Iran ist für den internationalen Öltransport von großer Bedeutung. Weitere Angriffe könnten die Durchfahrt erschweren, Lieferungen verzögern oder zu Ausfällen führen. Die damit verbundenen Versorgungsrisiken halten den Ölmarkt unter Druck und können jederzeit neue Preissteigerungen auslösen.

Was spricht aktuell für sinkende Heizölpreise?
Vereinbarung zwischen USA und Russland könnte Dieselangebot erhöhen

Für Entlastung sorgte am Wochenende eine überraschende Vereinbarung zwischen den USA und Russland zur Wiederaufnahme russischer Diesellieferungen. Zunächst sollen 500.000 Tonnen Kraftstoff auf den Weltmarkt gelangen. Das zusätzliche Angebot könnte die angespannten Produktmärkte kurzfristig entlasten und den Preisdruck bei Diesel und Heizöl reduzieren. Einige Händler bleiben jedoch vorsichtig und zweifeln daran, dass die Vereinbarung dauerhaft für eine spürbare Entspannung sorgen wird.

Angekündigte Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine bleibt fragil
Zusätzlich verkündete US-Präsident Donald Trump am Sonntag eine sogenannte Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine. Die ukrainische Seite zeigte sich von der Ankündigung überrascht, reagierte jedoch grundsätzlich positiv. Allerdings wurden bereits kurz darauf erneut mutmaßliche Angriffe auf ukrainische Energieziele gemeldet. Ob die angekündigte Waffenruhe tatsächlich Bestand hat, bleibt daher unklar. Ein Scheitern der Vereinbarung könnte die Sorgen vor weiteren Ausfällen bei der Energieversorgung erneut verstärken.

Heizölmarkt zwischen Entlastung und neuen Risiken
Die Heizölpreise profitieren derzeit von der Aussicht auf zusätzliche Diesellieferungen aus Russland und einer möglichen Entspannung im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Gleichzeitig bleiben die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus ein wesentlicher Risikofaktor. Damit stehen sich preisdrückende Hoffnungen auf ein größeres Angebot und mögliche Versorgungsstörungen im Nahen Osten gegenüber. Kurzfristig sind deshalb weitere Schwankungen möglich. Wie sich die Heizölpreise entwickeln, hängt insbesondere davon ab, ob die angekündigten Vereinbarungen tatsächlich umgesetzt werden und ob sich die Sicherheitslage auf den internationalen Transportrouten verbessert.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnitt bei einer Bestellung von 3.000 Litern Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Transportkosten können die Preise regional abweichen. Preisstand: 12. Oktober 2026.

1 USD = 0,8952€
Stand: 13.10.2026, nächstes Update: 14.10.2026

Unsere Empfehlungen:
Wir empfehlen Ihnen, jetzt über einen Heizöl-Einkauf nachzudenken, aufgrund der noch stabilen Heizölpreise und der schwachen Nachfrage in den Sommermonaten. Durch eine erhöhte Nachfrage wird im Herbst wieder mit steigenden Preisen und langen Wartezeiten gerechnet.

Kontrollieren Sie regelmäßige Ihren Heizölbestand im Heizöl-Tank und bestellen Sie Ihren Heizöl-Bedarf rechtzeitig. Kurzfristige Belieferungen sind Aufschlagspflichtig und sind unnötige zusätzliche Heizöl-Kosten.

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