Wir haben nur Heizöl im Kopf

Heizölpreise bleiben zwischen Hoffnung und geopolitischer Unsicherheit

11.08.26

Unklare Lage sorgt für wechselhafte Preisentwicklung
Die Heizölpreise bewegen sich derzeit in einem regen Auf und Ab. Vor allem die weiterhin ungeklärte Situation rund um die Öffnung der wichtigen Schifffahrtsrouten im Nahen Osten sorgt an den Märkten für Unsicherheit. Nachdem die Preise zu Beginn des Monats zunächst moderat nachgegeben hatten, ziehen die Kosten für Rohöl und Ölprodukte inzwischen wieder an.

Heizöl im Wochenvergleich günstiger
Nachdem in der vergangenen Woche erneut Anzeichen für eine mögliche Annäherung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran aufgekommen waren, blieb eine klare weitere Entwicklung bislang aus. Die Unsicherheit sorgte in den vergangenen Tagen und über das Wochenende für leichte Preissteigerungen.

Aktuell kostet Heizöl im deutschlandweiten Durchschnitt 1,51 Euro je 100 Liter mehr als am vergangenen Freitag. Im Vergleich zur Vorwoche zeigt sich dagegen weiterhin ein leichter Preisvorteil von 1,48 Euro je 100 Liter. Auf Monatssicht ist die Entwicklung deutlich weniger erfreulich: Gegenüber Mitte Juli müssen Heizölkäufer heute rund 10,75 Euro je 100 Liter mehr bezahlen.

Jahresvergleich zeigt deutlich höheres Preisniveau
Auch im längerfristigen Vergleich liegen die Heizölpreise inzwischen wieder über den Werten früherer Zeiträume. Gegenüber dem Frühjahr vor drei Monaten beträgt der durchschnittliche Aufschlag derzeit 2,26 Euro je 100 Liter.

Besonders deutlich wird die außergewöhnliche Preisentwicklung beim Blick auf die vergangenen Jahre. Im Vergleich zur Sommersaison 2025 zahlen Heizölkunden aktuell rund 45,04 Euro je 100 Liter mehr. Gegenüber dem Hochsommer 2024 beträgt der Aufschlag durchschnittlich 39,56 Euro.

Iran stellt Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus. Vertreter des Iran hatten Ende vergangener Woche Bedingungen für eine Wiederöffnung der wichtigen Handelsroute genannt. Dazu gehören unter anderem der Abzug sämtlicher US-Militärkräfte aus der Region rund um die Meerenge sowie die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran.

Solange keine Einigung über diese Forderungen erzielt wird, bleibt die Zukunft der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Passage ungewiss. Das erhöht das Risiko weiterer Angebotsengpässe am internationalen Ölmarkt.

Huthi setzen Angriffe auf Saudi-Arabien fort
Zusätzliche Belastungen ergeben sich durch die weiterhin angespannte Situation im Roten Meer. Die jemenitische Huthi-Miliz setzt ihre Angriffe auf saudische Öltransporte und Raffinerien fort. Am vergangenen Wochenende wurde erneut eine Raffinerie im saudischen Dschaizan angegriffen. Dabei kam es vorübergehend zu Bränden. Die Anlage war bereits Ende Juli Ziel eines Angriffs gewesen.

Ölexporte aus dem Nahen Osten stabilisieren sich leicht
Entlastung kommt dagegen von den Exportmengen aus dem Nahen Osten. Zwar liegen die Ausfuhren aus Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak und Kuwait weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Beginn der Konflikte. Im Juli konnten sie sich gegenüber dem Vormonat jedoch leicht erholen.

Die Exporte lagen im Juli noch rund 40 Prozent unter den Vorkriegswerten zu Jahresbeginn, stiegen gegenüber Juni allerdings um zwei Prozent. Diese leichte Stabilisierung begrenzt derzeit zumindest einen weiteren Preisanstieg.

Auswirkungen auf den Heizölmarkt
Für den deutschen Heizölmarkt ergibt sich damit weiterhin ein widersprüchliches Bild. Die leicht gestiegenen Exporte aus dem Nahen Osten wirken zwar preisdämpfend, gleichzeitig verhindern die ungeklärte Situation an der Straße von Hormus und die anhaltenden Angriffe der Huthi eine nachhaltige Entspannung. Kurzfristig bleiben daher deutliche Preisschwankungen wahrscheinlich. Insgesamt liegt das Preisniveau weiterhin erheblich über dem der vergangenen Jahre.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Litern Standard-Heizöl schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Transportkosten können die Preise regional abweichen. Preisstand: 10. August 2026.

1 USD = 0,8659€
Stand: 11.08.2026, nächstes Update: 12.08.2026

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