Wir haben nur Heizöl im Kopf

Heizölpreise bleiben zwischen geopolitischen Risiken und Entspannungshoffnungen in Bewegung

20.10.26

Ölmarkt schwankt zwischen Krisenmeldungen und zusätzlichem Angebot
Die internationalen Energiemärkte bleiben von den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Russland sowie den anhaltenden Konflikten im Nahen Osten geprägt. Angriffe auf wichtige Energieanlagen und Transportwege sorgen immer wieder für neue Unsicherheit. Gleichzeitig versprechen zusätzliche Öllieferungen und geplante Freigaben aus staatlichen Reserven Entlastung. Entsprechend wechselhaft entwickelten sich die Ölpreise in der vergangenen Woche: Auf zwischenzeitlich deutliche Anstiege folgten zum Wochenende und zum Start in die neue Woche wieder leichte Rückgänge.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Auch bei den Heizölpreisen zeigt sich das Auf und Ab der vergangenen Wochen. Aktuell kostet Heizöl im bundesweiten Durchschnitt nur wenige Cent mehr als am vergangenen Freitag. Gegenüber dem Montag der Vorwoche liegt der Preis um 1,11 Euro pro 100 Liter höher. Im Vergleich zu Mitte September ergibt sich dagegen ein Rückgang: 100 Liter Heizöl sind derzeit 3,33 Euro günstiger als vor einem Monat.

Langfristige Preisentwicklung
Auf längere Sicht bleibt das Preisniveau deutlich erhöht. Verglichen mit Mitte Juli, als sich die internationalen Märkte zwischenzeitlich etwas beruhigt hatten, kosten 100 Liter Heizöl aktuell 30,02 Euro mehr. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit dem Vorjahr aus: Heizöl ist derzeit 81,75 Euro pro 100 Liter teurer als vor einem Jahr. Das entspricht einem Preisanstieg von rund 94,5 Prozent. Gegenüber Oktober 2024 beträgt der Aufschlag 78,29 Euro pro 100 Liter.

Was spricht aktuell für steigende Heizölpreise?
Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus

Die zunehmenden Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus bleiben ein wesentlicher Risikofaktor für den Ölmarkt. In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Tanker und andere Frachtschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge südlich des Iran beschädigt. Die Angriffe erschweren die Ölexporte aus dem Nahen Osten und schüren die Sorge vor weiteren Lieferunterbrechungen. Sollte sich die Sicherheitslage weiter verschlechtern, könnte dies die internationalen Ölpreise erneut nach oben treiben.

Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen nehmen wieder zu
Auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sorgt für Unsicherheit bei der Energieversorgung. Vor rund acht Tagen hatte US-Präsident Donald Trump eine vorübergehende Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen beider Länder angekündigt. Nachdem Russland diese nach den vorliegenden Angaben mehrere Tage lang nicht eingehalten hatte, erklärte auch die Ukraine, ihre Angriffe wieder zu verstärken. Seit dem vergangenen Donnerstag wurden erneut Schläge gegen russische Raffinerien gemeldet. Weitere Schäden könnten die russische Verarbeitung und den Export von Ölprodukten beeinträchtigen und damit das verfügbare Angebot am Weltmarkt verringern.

Was spricht aktuell für sinkende Heizölpreise?
Russland lockert Diesel-Exportbeschränkungen

Für Entlastung sorgt die Wiederaufnahme russischer Diesellieferungen. In den vergangenen Monaten hatte Russland die Dieselexporte vor dem Hintergrund ukrainischer Angriffe auf Raffinerien eingeschränkt. Nach einer Vereinbarung mit den USA vor rund zwei Wochen wurden die Exportbeschränkungen gelockert, sodass wieder mehr Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt gelangen kann. Das zusätzliche Angebot könnte die angespannten Ölproduktmärkte entlasten und den Preisdruck auf Heizöl reduzieren.

IEA-Staaten planen Freigabe von 100 Millionen Barrel
Zusätzliche Entlastung verspricht die Internationale Energieagentur (IEA). Mehrere Mitgliedsländer haben angekündigt, gemeinsam 100 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren staatlichen Reserven bereitzustellen. Mit den zusätzlichen Mengen sollen die Versorgung stabilisiert und die hohen Energiepreise gedämpft werden. Wann die angekündigten Freigaben tatsächlich erfolgen, ist bislang allerdings nicht genau bekannt.

Heizölmarkt bleibt von widersprüchlichen Signalen geprägt
Für den deutschen Heizölmarkt stehen sich weiterhin zwei gegenläufige Entwicklungen gegenüber. Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und auf russische Energieanlagen erhöhen das Risiko von Lieferausfällen und sprechen für steigende Preise. Die Wiederaufnahme russischer Diesellieferungen und die geplante Freigabe strategischer Reserven könnten dagegen für ein größeres Angebot und vorübergehende Preisrückgänge sorgen. Solange die geopolitischen Konflikte ungelöst bleiben und der Zeitpunkt der zusätzlichen Lieferungen unsicher ist, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher mit weiteren Schwankungen der Heizölpreise rechnen.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Litern Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Aufgrund unterschiedlicher Transportkosten können die Preise regional abweichen. Preisstand: 19. Oktober 2026.

1 USD = 0,8915€
Stand: 20.10.2026, nächstes Update: 21.10.2026

Unsere Empfehlungen:
Wir empfehlen Ihnen, jetzt über einen Heizöl-Einkauf nachzudenken, aufgrund der noch stabilen Heizölpreise und der schwachen Nachfrage in den Sommermonaten. Durch eine erhöhte Nachfrage wird im Herbst wieder mit steigenden Preisen und langen Wartezeiten gerechnet.

Kontrollieren Sie regelmäßige Ihren Heizölbestand im Heizöl-Tank und bestellen Sie Ihren Heizöl-Bedarf rechtzeitig. Kurzfristige Belieferungen sind Aufschlagspflichtig und sind unnötige zusätzliche Heizöl-Kosten.

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