Wir haben nur Heizöl im Kopf

Heizölpreise bleiben auf hohem Niveau – Geopolitische Risiken bestimmen den Markt

21.07.26

Nahostkonflikt belastet den Ölmarkt
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgen weiterhin für erhebliche Unsicherheit an den internationalen Energiemärkten. Besonders betroffen ist die Straße von Hormus, die als wichtigste Öltransportroute der Welt gilt und deren eingeschränkter Schiffsverkehr die Versorgung erheblich erschwert. Während die Rohölpreise in den vergangenen Tagen deutlich zulegten, fielen die Preissteigerungen bei Ölprodukten wie Heizöl noch stärker aus. Hintergrund ist die bereits angespannte Versorgungslage, die sich durch die aktuellen Transportengpässe weiter verschärfen könnte.

Kurzfristig deutliche Preisaufschläge
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie sensibel der Heizölmarkt auf geopolitische Ereignisse reagiert. Gegenüber dem vergangenen Freitag blieben die Heizölpreise am Montagvormittag mit einem Rückgang von lediglich 0,08 Euro je 100 Liter nahezu unverändert.

Im Wochenvergleich ergibt sich jedoch ein deutlich anderes Bild. Gegenüber dem Montag der Vorwoche verteuerte sich Heizöl um 11,50 Euro je 100 Liter. Im Vergleich zum Vormonat beträgt der Anstieg sogar 25,49 Euro je 100 Liter. Ausschlaggebend ist die Einschätzung der Märkte, dass die Konflikte im Nahen Osten und die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine die Versorgung länger belasten könnten als zunächst erwartet.

Auch langfristig zeigt der Trend nach oben
Die langfristige Preisentwicklung unterstreicht den Einfluss der geopolitischen Lage. Im Vergleich zu vor drei Monaten zahlen Heizölkunden derzeit 9,73 Euro mehr je 100 Liter. Damals hatten Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran die Märkte zeitweise beruhigt.

Im Jahresvergleich fällt der Anstieg noch deutlicher aus. Gegenüber Ende Juli 2025 liegt der durchschnittliche Heizölpreis um 42,97 Euro beziehungsweise 45,20 Prozent höher. Im Vergleich zur Sommersaison 2024 beträgt der Aufschlag derzeit 40,05 Euro je 100 Liter.

Unsicherheiten bleiben hoch
Mehrere Faktoren sprechen derzeit für anhaltend hohe oder weiter steigende Preise. Dazu zählen die Angriffe des Iran auf Ölanlagen in Kuwait und Bahrain, bei denen es unter anderem zu Bränden kam und zumindest vorübergehende Produktionsausfälle möglich sind. Zusätzlich wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts auf das Rote Meer. Nach Gesprächen zwischen dem Iran und der Huthi-Miliz steht eine mögliche Blockade der Meerenge Bab al-Mandab im Raum, falls sich die militärische Lage weiter zuspitzt.

Auch der Krieg in der Ukraine bleibt ein preistreibender Faktor. Die fortgesetzten Angriffe auf russische Raffinerien und Exportinfrastruktur schränken das weltweite Angebot an Ölprodukten zusätzlich ein.

Den geopolitischen Risiken steht jedoch ein dämpfender Faktor gegenüber. Zahlreiche Energieanalysten rechnen für das kommende Jahr mit einer deutlichen Überversorgung des Ölmarktes, sofern sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran in absehbarer Zeit entschärfen sollte.

Auswirkungen auf den Heizölmarkt
Für Heizölkunden bleibt die Marktlage von außergewöhnlich hoher Unsicherheit geprägt. Die geopolitischen Spannungen und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Ölprodukten sorgen weiterhin für ein hohes Preisniveau. Gleichzeitig zeigt der nahezu unveränderte Tagesvergleich, dass sich der Markt nach den kräftigen Aufschlägen der vergangenen Woche zunächst stabilisiert hat. Kurzfristige Preisbewegungen in beide Richtungen bleiben jedoch jederzeit möglich, da die weitere Entwicklung maßgeblich von der geopolitischen Lage abhängt.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis für eine Bestellung von 3.000 Litern Standard-Heizöl schwefelarm inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Regionale Abweichungen sind aufgrund unterschiedlicher Transportkosten möglich. Preisstand: 20. Juli 2026.

1 USD = 0,8758€
Stand: 21.07.2026, nächstes Update: 22.07.2026

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