Wir haben nur Heizöl im Kopf

Geopolitische Krisen treiben Öl- und Heizölpreise weiter nach oben

09.09.26

Marktfaktoren bleiben preisstützend
Die Lage an den internationalen Ölmärkten bleibt angespannt. Geopolitische Krisen belasten das Marktumfeld weiterhin, insbesondere am Persischen Golf und in Russland. Vor allem die angespannte Versorgungslage bei Ölprodukten sorgt dafür, dass die Preise für Rohöl und Destillate neue Hochstände erreichen.
In der Gesamtbetrachtung hat sich in den vergangenen Wochen wenig verändert. Die Ukraine greift weiterhin nahezu täglich russische Energieanlagen mit Drohnen an. Gleichzeitig rechnen die Marktteilnehmer wieder verstärkt mit möglichen Leitzinserhöhungen im September. Hinzu kommt die Erwartung, dass sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter hinziehen wird.
Der Ölmarktanalyst Chris Weston, Forschungsleiter bei der Pepperstone Group, beschreibt die Entwicklung als eine Abfolge ständiger Rückschläge. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar habe es immer wieder Hoffnungen auf Fortschritte gegeben, die jedoch regelmäßig enttäuscht worden seien. Aus seiner Sicht befindet sich der Markt inzwischen wieder auf einem ähnlichen Stand wie zu Beginn des Jahres.

Blockade in Hormus und russische Raffinerieausfälle belasten den Produktmarkt
Besonders stark wirkt sich weiterhin die eingeschränkte Schifffahrt in der Straße von Hormus auf den Ölmarkt aus. Vor allem bei Produkten wie Diesel und Heizöl machen sich die reduzierten Exportmengen zunehmend bemerkbar.
Zusätzlich verschärfen die eingeschränkten Raffineriekapazitäten in Russland die Lage am internationalen Produktmarkt. Die Kombination aus geringeren Exporten aus dem Nahen Osten und Ausfällen bei der russischen Verarbeitung führt zu einer angespannten Versorgungssituation.
Diese Entwicklung zeigt sich auch am europäischen Gasölmarkt. Der Gasölpreis, der maßgeblich für die Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland ist, stieg gestern bis knapp an seinen bisherigen Jahreshöchststand aus dem April.

Heizölpreise ziehen weiter an
Unter diesen Voraussetzungen kennen die Heizölpreise im Bundesgebiet derzeit vor allem eine Richtung: nach oben. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen heute im Vergleich zu gestern mit Aufschlägen von etwa 3,25 bis 3,85 Euro pro 100 Liter rechnen.
Damit bleibt der deutsche Heizölmarkt weiterhin stark von den geopolitischen Entwicklungen geprägt. Solange die Spannungen im Nahen Osten und die Einschränkungen auf dem internationalen Produktmarkt anhalten, dürfte das Preisniveau hoch bleiben.

1 USD = 0,8603€
Stand: 09.09.2026, nächstes Update: 10.09.2026

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