Wir haben nur Heizöl im Kopf

Erholung der Ölversorgung bremst Preisdruck – Heizöl dennoch leicht teurer

06.07.26

Zum Wochenausklang präsentieren sich die internationalen Ölmärkte insgesamt stabil. Zwar legten die Rohölnotierungen zwischen Donnerstagnachmittag und Freitag leicht zu, die Bewegung ist jedoch vor allem auf charttechnische Faktoren zurückzuführen und weniger auf eine Verschlechterung der Versorgungslage. Im Gegenteil: Die Ölversorgung verbessert sich weiter, da die Exporte aus dem Nahen Osten schneller anziehen als noch vor wenigen Wochen erwartet. Bei Ölprodukten wie Diesel und Heizöl bleibt die Marktlage dagegen angespannt.

Rohölmarkt steuert auf besseres Angebot zu
Die Sorge vor einer weltweiten Unterversorgung hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen. Während der Konflikt zwischen den USA, dem Iran und Israel die Märkte von März bis Mitte Juni stark belastete, normalisieren sich die Lieferströme inzwischen spürbar.

Insbesondere die Förderländer am Persischen Golf melden eine rasche Rückkehr zur Normalität. Kuwait und Saudi-Arabien fördern und exportieren mittlerweile wieder nahezu so viel Rohöl wie zu Jahresbeginn. Die Vereinigten Arabischen Emirate berichten sogar von neuen Rekordwerten bei ihrer Ölproduktion.

Vor diesem Hintergrund rechnen immer mehr Marktanalysten damit, dass sich der Ölmarkt in den kommenden Monaten von einer angespannten Versorgungslage hin zu einem Überangebot entwickeln könnte. Mehrere Banken und Analysehäuser haben ihre Preisprognosen für Rohöl bereits nach unten angepasst. Dennoch bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor, der jederzeit erneut für stärkere Preisschwankungen sorgen kann.

Versorgung mit Kraftstoffen bleibt angespannt
Während sich die Rohölversorgung zunehmend entspannt, bleibt die Lage auf den Märkten für raffinierte Ölprodukte deutlich schwieriger. Vor allem in Zentralasien zeigen sich weiterhin erhebliche Versorgungsprobleme.

Russland räumte zuletzt ein, dass die eigene Kraftstoffversorgung durch Produktionsausfälle und Schäden an der Energieinfrastruktur erheblich belastet ist. Dadurch wurden Exporte eingeschränkt; zeitweise stehen sogar Kraftstoffimporte zur Stabilisierung des heimischen Marktes im Raum – ein ungewöhnlicher Schritt für einen der weltweit größten Energieexporteure.

Die Folgen reichen über Russland hinaus. Länder wie Kirgisistan, das einen Großteil seines Kraftstoffbedarfs aus Russland deckt, suchen bereits nach alternativen Bezugsquellen. Auch Kasachstan ist betroffen, nachdem eine für die Gasverarbeitung wichtige Anlage auf russischem Staatsgebiet beschädigt wurde. Diese regionalen Engpässe beeinflussen den internationalen Handel mit Diesel und anderen Raffinerieprodukten und stützen damit weiterhin deren Preisniveau.

Heizölpreise legen leicht zu
Die stabile Entwicklung am Rohölmarkt wird derzeit durch die angespannte Versorgung bei Ölprodukten teilweise ausgeglichen. Entsprechend zeigen sich auch die Heizölpreise in Deutschland leicht fester.

Im Bundesdurchschnitt müssen Verbraucher heute mit Preisaufschlägen von etwa 0,50 bis 1,10 Euro je 100 Liter gegenüber Donnerstag rechnen.

Ausblick
Sollten sich die Exportströme aus dem Nahen Osten weiter normalisieren, dürfte der Druck auf die internationalen Rohölpreise bestehen bleiben. Gleichzeitig könnten die anhaltenden Engpässe bei Diesel und anderen Raffinerieprodukten dafür sorgen, dass Heizölpreise langsamer nachgeben als die Rohölnotierungen. Die geopolitische Lage sowie die Entwicklung der Kraftstoffversorgung in Russland bleiben daher wichtige Einflussfaktoren für die kommenden Wochen.

1 USD = 0,8743€
Stand: 06.07.2026, nächstes Update: 07.07.2026

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