Wir haben nur Heizöl im Kopf

Angriffe auf Öltanker halten den Ölmarkt vor dem Wochenende unter Druck

17.08.26

Konflikte und Angebotsrisiken bleiben bestimmend
Auch zum Ende der Woche stehen die internationalen Ölmärkte vor den gleichen Herausforderungen wie bereits in den vergangenen Tagen. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, Einschränkungen im internationalen Handel sowie gegenseitige Kritik und Drohungen zwischen den beteiligten Staaten sorgen weiterhin für einen angespannten Ölmarkt. Gleichzeitig bleibt die Versorgungslage knapp und die Preisentwicklung entsprechend schwankungsanfällig.

Am Donnerstag verschärfte sich die Situation erneut. Iranische Angriffe auf zwei Öltanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Straße von Hormus sorgten für zusätzliche Unsicherheit. Gleichzeitig signalisierten die USA, dass sie ihre Blockade iranischer Exporte möglicherweise noch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wollen.

Iran greift zwei Tanker aus den Emiraten an
Nach Angaben des staatlichen Ölkonzerns ADNOC wurden am Donnerstag zwei Öltanker des Unternehmens in der Straße von Hormus angegriffen. Bei den Vorfällen wurde niemand verletzt. Die Gefahrenlage konnte nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate inzwischen unter Kontrolle gebracht werden.

Die Regierung in Abu Dhabi verurteilte die Angriffe scharf und bezeichnete sie als eklatanten Verstoß gegen die Regeln des UN Sicherheitsrats zur Freiheit der Schifffahrt auf internationalen Handelsrouten. Gleichzeitig forderten die Vereinigten Arabischen Emirate den Iran auf, seine Feindseligkeiten umgehend einzustellen und die Straße von Hormus vollständig und bedingungslos für die Schifffahrt zu öffnen.

Die strategisch wichtige Meerenge bleibt damit ein zentraler Konfliktpunkt. Während die USA iranische Waren und Transporte blockieren, greift der Iran Schiffe an, die nach seiner Darstellung nicht entsprechend den von Teheran vorgegebenen Regeln durch die Region navigieren.

USA wollen Druck auf den Iran aufrechterhalten
Auch aus Washington kamen am Donnerstag keine Signale für eine schnelle Entspannung. US Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte gegenüber Journalisten, dass die USA ihre Blockade iranischer Transporte durch die Straße von Hormus auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten könnten.

Damit bleibt einer der wesentlichen Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran bestehen. Die iranischen Angriffe auf Schiffe stehen unter anderem im Zusammenhang mit der amerikanischen Blockade, während Washington seinerseits weiterhin auf wirtschaftlichen und politischen Druck setzt.

US Finanzminister Scott Bessent stellte zudem weitere Maßnahmen und Sanktionen gegen den Iran in Aussicht. Diese sollen nach seinen Worten ein Ausmaß erreichen, wie es bei der wirtschaftlichen Isolation eines Landes in dieser Form bislang nicht gesehen worden sei. US Präsident Donald Trump hatte bereits zu Beginn der Woche angekündigt, den Schwerpunkt stärker auf wirtschaftliche Einschränkungen und Sanktionen zu verlagern, anstatt den Konflikt durch weitere militärische Maßnahmen zu verschärfen.

Heizölpreise vor dem Wochenende kaum verändert
Die anhaltende Unsicherheit an den internationalen Ölmärkten sorgt weiterhin für eine äußerst wechselhafte Preisentwicklung. Auch die Heizölpreise bewegen sich derzeit zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren und liegen am Freitagvormittag insgesamt nahe am Niveau des Vortages.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ergeben sich gegenüber Donnerstagvormittag derzeit nur geringe Veränderungen. Erwartet werden Abweichungen zwischen unverändert und rund 1,00 Euro weniger je 100 Liter Heizöl. Angesichts der weiterhin angespannten geopolitischen Lage handelt es sich jedoch lediglich um eine Momentaufnahme. Neue Entwicklungen im Nahen Osten können die Preise im weiteren Tagesverlauf jederzeit deutlich bewegen.

1 USD = 0,8642€
Stand: 17.08.2026, nächstes Update: 18.08.2026

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