Heizöl-Info • Roh- und Heizölpreise mit kräftigen Rücksetzern

02.08.19

Erneut werden die Ölpreise durch wiederkehrende Konjunktursorgen unter Druck gesetzt und geben trotz vorhandener Unterstützungsfaktoren teils überdurchschnittlich stark nach.

Am frühen Freitagmorgen kostet ein Barrel der Sorte Brent nur noch rund 55,82 €. Das sind knapp 2,40 € weniger als im gestrigen Vergleichszeitraum. Heizöl verliert gut 1,80 Cent und liegt aktuell bei 44,82 € pro 100 Liter.

Obwohl mit dem erneut klaren Rückgang der US-Rohölbestände und der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten ausreichend Unterstützungspotential für die Rohölpreise vorhanden wäre, drehten die Notierungen im Verlauf des gestrigen Handelstages deutlich in die Verlustzone. Auslöser für die aktuellen Preisrücksetzer waren wiederum Ankündigungen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, ab September weitere Strafzölle auf chinesische Waren in einem Umfang von rund 300,00 Mrd. US-Dollar zu verhängen, sofern die derzeit laufenden Verhandlungen zwischen Peking und Washington kein akzeptables Handelsabkommen hervorbrächten. Im Gegenzug drohte auch die chinesische Regierung mit weiteren Schritten, was die zuletzt etwas gedämpften Konjunktursorgen wiederaufflammen ließ. Darüber hinaus will sich Donald Trump am heutigen Abend zu den Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union äußern. Auch hier stehen bereits Strafzolldrohungen seitens Washingtons im Raume, die sich ebenfalls negativ auf die globale Wirtschaft niederschlagen und die Nachfragewerte für Rohöl und Rohölprodukte belasten. Ein wirklicher Ausweg aus dieser Tretmühle zeichnet sich bisher nicht ab und so dürften die Händler und Anleger auch weiterhin im Dilemma zwischen einer möglichen Unterversorgung des Marktes im Hinblick auf die drohende militärische Eskalation des Iran-Konfliktes und einer eventuellen Rohölschwemme aufgrund sinkender Nachfragewerte sowie der befürchteten Produktionssteigerungen seitens der US-Schieferölindustrie gefangen bleiben. Im Schnitt beweget sich das Ölpreisniveau – mit kleineren Ausbrüchen nach oben und unten – seit Anfang des Jahres im Bereich der Marke von 62,00 US-Dollar. Nachdem es vor allem im Mai den Anschein hatte, die Ölpreise könnten sich aus den gegenwärtigen Kellerregionen befreien, deuten die aktuellen Vorzeichen in Richtung einer anhaltenden Flaute. Gegebenenfalls können sich die Notierungen heute noch etwas erholen, ein Ausgleich der zuvor generierten Verluste scheint vor dem Wochenende jedoch unwahrscheinlich.


Heizöl-Info • Rohölpreise geben leicht nach, Heizölpreise etwas gestiegen

01.08.19

Die Rohölpreise starten trotz mehrerer Unterstützungsfaktoren wie dem überraschend deutlichen Rückgang der US-Rohölreserven etwas leichter in den Donnerstag. Heizöl profitiert dagegen und legt weiter zu.

Ein Barrel der Sorte Brent kostet im frühen Handel am Donnerstagmorgen rund 58,28 €. Das sind etwa 20 Cent weniger als am Mittwoch. Heizöl legt gut 50 Cent zu und kostet zur Stunde 46,66 € pro 100 Liter.

Die Preisbewegungen am Rohölmarkt sind momentan kaum nachvollziehbar. Als Begründung für die heutigen Rücksetzer wird vor allem die zögerliche Haltung der FED angeführt. Diese hatte gestern den Leitzins zwar erstmals seit 2008 um einen Viertelpunkt auf die Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt, gleichzeitig aber verdeutlicht, dass es vorerst keine weiteren Zinssenkungen geben werde. Damit wären die Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik an den Finanzmärkten gedämpft worden, hieß es aus Expertenkreisen. Im Hinblick auf die verschiedenen preisunterstützenden Faktoren scheint diese Begründung jedoch etwas fadenscheinig. So hatte etwa das US-Energieministerium (EIA) gestern Abend den nächsten klaren Rückgang der US-Rohöllagerbestände bestätigt. Laut vorgelegter Zahlen beläuft sich dieser auf insgesamt rund 8,50 Mio. Barrel im Vergleich zur Vorwoche und übertrifft damit auch die Prognosen des American Petroleum Institute (API). Bei den Benzinreserven wird ein Rückgang um gut 1,80 Mio. Barrel und bei den Destillaten um knapp 900.000 Barrel verzeichnet. Darüber hinaus spitzt sich auch die Lage in der Iran-Krise weiter zu. Wie gestern aus Regierungskreisen in Washington gemeldet wurde, wurde nun auch der iranische Außenminister Mohammed Sarif auf die Sanktionsliste gesetzt. Gleichzeitig nehmen die Pläne der sogenannten Schutzmission im Persischen Golf immer konkretere Züge an. Nach dem Treffen von Militärvertretern in Bahrain haben die USA bereits vier konkrete Einsatzorte benannt. So solle insbesondere im Persischen Golf, im Golf von Oman, in der Meerenge Bab al-Mandab sowie in der Straße von Hormus patrouilliert werden. Hier zeichnet sich zunehmend eine militärische Eskalation ab, welche das globale Rohölangebot deutlich mindern und zu steigenden Rohölpreisen führen dürfte.


Heizöl-Info • Roh- und Heizölpreise im Aufwind

31.07.19

Die Ölpreise haben im Verlauf des Dienstags weiter zugelegt. Neben den geopolitischen Aspekten rund um die Iran-Krise sorgen die Fortsetzung der Verhandlungen zwischen China und den USA sowie die Prognosen des American Petroleum Institute (API) für Hoffnungen am Markt.

Zum frühen Mittwochmorgen kostet ein Barrel der Sorte Brent gut 58,48 €. Das ist rund 1,00 € mehr als im gestrigen Vergleichszeitraum. Heizöl steigt um knapp 60 Cent und kostet aktuell 46,17 € pro 100 Liter.

Nach einem durchwachsenen Wochenstart verzeichnen die Ölpreise seit Dienstagmorgen sukzessive Zugewinne. Neben den Hoffnungen, die auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen im bestehenden Handelsstreit zwischen China und den USA gelegt werden, unterstützen auch die jüngsten Prognosen des API zur Rohölbestandsentwicklung in den USA den Handel. Wie die private Interessengemeinschaft gestern Abend meldete, rechne man mit einem weiteren Rückgang der US-Reserven um etwa 6,00 Mio. Barrel im Vergleich zur Vorwoche. Dies wäre der siebte Rückgang in Folge. Die offiziellen Daten des US-Energieministeriums (EIA) werden am Nachmittag erwartet. Gleichzeitig richtet sich der Fokus der Anleger auf die heute anstehende Entscheidung der FED zur eventuell ersten Senkung des Leitzinses seit elf Jahren. Eine Zinssenkung könnte die Nachfragewerte nach Rohöl positiv beeinflussen und den negativen Prognosen der OPEC und der Internationalen Energie Agentur (IEA) zum Nachfragewachstum für das 2019 etwas Wind aus den Segeln nehmen. In der Iran-Krise zeichnet sich die sogenannte Schutzmission zunehmend ab. Vertreter Großbritanniens und der USA wollen sich heute in Bahrain zu diesem Thema beraten. Nach Aussagen des britischen Verteidigungsministeriums seien auch mehrere internationale Partner zu diesem Treffen geladen, konkrete Angaben, um welche Partner es sich dabei handele, wurden jedoch nicht gemacht. Hier wächst die Gefahr einer militärischen Eskalation, was die Rohölproduktion im gesamten Nahen Osten spürbar beeinträchtigen könnte. Die Ölpreise scheinen aktuell also hinreichend unterstützt, ob weitere Preissprünge möglich sind, bleibt aber offen.


Heizöl-Info • Preise für Roh- und Heizöl etwas gestiegen

30.07.19

Nach einem durchwachsenen Handelstag mit nur marginalen Kursveränderungen haben die Ölpreise im asiatischen Handel leicht zulegen können und präsentieren sich heute Morgen etwas stärker.

Ein Barrel der Sorte Brent kostet am frühen Dienstagmorgen rund 57,58 €. Das sind knapp 90 € mehr als gestern. Heizöl legt ebenfalls leicht zu und kostet aktuell 45,53 € pro 100 Liter.

In der Iran-Krise zeichnet sich ein möglicher Kurswechsel der neu formierten britischen Regierung ab. Während der damalige Außenminister Jeremy Hunt noch für eine rein europäische Schutzmission im Persischen Golf warb, zeichnet sich unter dem neuen Premierminister Boris Johnson vielmehr eine „Koalition der Willigen“ ab. Wie das britische Außenministerium bekannt gab, sähe man als besten Weg einen europäisch geführten Einsatz mit Unterstützung der USA, allerdings scheint derzeit auch ein direktes Bündnis Großbritanniens mit den USA im Rahmen des Möglichen. Eine Entsendung von militärischen Geleitschiffen wird am Markt mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits würde es den internationalen Seehandel in der Region sichern, andererseits drohen direkte Auseinandersetzungen mit den iranischen Revolutionsgarden und folglich Gefahren einer militärischen Eskalation der Lage, was zu erheblichen Produktions- und Lieferschwierigkeiten führen dürfte. Gleichfalls belasten die schwachen Konjunkturaussichten den Rohölmarkt. Zuletzt verzeichneten auch die Netto-Longpositionen der spekulativen Finanzinvestoren einen weiteren deutlichen Rückgang. Die zahlreichen Handelskonflikte könnten die globale Wirtschaftsleistung spürbar senken und einen Einbruch der Nachfragewerte für Rohöl und Rohölprodukte auslösen. Vage Hoffnungen gibt es im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Hier sind ab heute weitere Gespräche zwischen Vertretern beider Länder in Shanghai anberaumt. Zum späten Abend werden die aktuellen Prognosen des American Petroleum Institute (API) zur Rohölbestandsentwicklung in den USA erwartet. Zuletzt hatten die starken Rückgänge für Unterstützung gesorgt. Ein weiterer Abbau der Lagerbestände wäre allerdings eine Überraschung.


Heizöl-Info • Roh- und Heizölpreise leicht gefallen

29.07.19

Die Ölpreise haben im Verlauf des Freitags wieder etwas nachgegeben. Hatten bis zum Mittag noch der überraschend starke Rückgang der US-Rohölreserven sowie die Krise um den Iran für Auftrieb gesorgt, belastete gegen Nachmittag der starke Kurs des US-Dollars den Handel.

Zum frühen Montagmorgen kostet ein Barrel der Sorte Brent knapp 56,75 €. Das sind etwa 30 € weniger als am Freitag. Heizöl gibt rund 40 Cent nach und kostet zur Stunde 45,11 € pro 100 Liter.

Insgesamt ging es mit den Ölpreisen im Verlauf der vergangenen Handelswoche zwar weder ein kleines Stück bergauf, ein wirklicher Durchbruch war aber nicht auszumachen. Neben der anhaltenden und sich verschärfenden Krise um den Iran hatten vor allem die starken Rückgänge bei den US-Rohölreserven die Preisentwicklung ab Mitte letzter Woche angetrieben. Schlussendlich konnten jedoch keine größeren Zugewinne generiert werden und die Notierungen konsolidierten auf dem momentanen Preisniveau. Unterdessen kritisierte der iranische Präsident Hassan Ruhani die Pläne Großbritanniens, militärische Geleitschiffe in die Region um die Straße von Hormus zu entsenden, um dort den internationalen Handelsverkehr zu sichern. Eine Präsenz von ausländischen Truppen würde nach Aussage Ruhanis vielmehr zu weiteren Spannungen im Persischen Golf führen. Am Wochenende hatten sich Vertreter des Irans mit Vermittlern der fünf verbliebenen Vertragsstaaten Frankreich, Großbritannien, China, Russland und Deutschland zum Fortbestand des Atomabkommens in Wien zusammengefunden. Das Treffen sei konstruktiv verlaufen und es wurde vereinbart, in nächster Zeit ein Treffen auf Außenministerebene zu organisieren. Somit gibt es also auch vage Anzeichen einer möglichen Entspannung. Zur Stunde sinken die Ölpreise weiter. Der am Freitag gemeldete marginale Rückgang der aktiven US-Bohrstellen von 779 auf nunmehr insgesamt 776 Anlagen dürfte kaum Unterstützung bieten. Allerdings bleibt der Markt weiterhin äußerst volatil und kurzfristige Richtungsänderungen bleiben durchaus im Rahmen des Möglichen.


Heizöl-Info • Roh- und Heizölpreise kaum verändert

26.07.19

Die Ölpreise haben sich im Verlauf des Donnerstages konsolidieren können. Größere Zugewinne blieben allerdings aus. Die weltweiten Konjunktursorgen belasten das Aufwärtspotential der Notierungen.

Ein Barrel der Sorte Brent kostet am frühen Freitagmorgen gut 57,01 €. Das sind kaum 10 € mehr als im gestrigen Vergleichszeitraum. Heizöl legt ebenfalls leicht zu und kostet zur Stunde 45,50 € pro 100 Liter.

Die deutlichen Verluste vom späten Mittwochabend konnten die Ölpreise größtenteils wieder wettmachen, weitere Zugewinne waren jedoch nicht möglich. Im asiatischen Handel in der Nacht auf Donnerstag waren die Notierungen im Zuge der schwachen amerikanischen und deutschen Industriedaten spürbar eingebrochen. Unterstützung fanden sie jedoch im überraschend deutlichen Rückgang der US-Rohölreserven sowie in der momentanen Rohölknappheit auf dem Weltmarkt. Diese ist derzeit vor allem auf die Fortsetzung der OPEC-Kürzungsvereinbarung sowie auch auf die meteorologisch bedingten, kurzfristigen Produktionsausfälle im Golf von Mexico während des Hurrikans `Barry´ zurückzuführen. Im Blickfeld der Händler und Anleger bleibt auch die sich zuspitzende Lage im Persischen Golf. Hier gilt die zum iranischen Hoheitsgebiet gehörende Straße von Hormus als wichtiges Nadelöhr für den internationalen Rohöltransport. Nach mehreren Vorfällen mit den iranischen Revolutionsgarden erwägt nun Großbritannien die Entsendung militärischer Geleitschiffe, die zum Schutz von Handelsschiffen in der Region patrouillieren sollen. Eine zunehmende Eskalation der Iran-Krise könnte den internationalen Rohöltransport schwer beeinträchtigen und zu größeren Lieferschwierigkeiten auf dem Weltmarkt führen. Am Abend stehen die jüngsten Daten des US-Ausrüsters Baker Hughes zur Zahl der aktiven Bohrstellen in den USA an. Hier sind jedoch keine größeren Überraschungen für den Markt zu erwarten.


Heizöl-Info • Preise für Roh- und Heizöl etwas leichter

25.07.19

Ein überraschend deutlicher Rückgang der US-Rohölbestände hat den Ölpreisen wichtige Unterstützung gegeben. Nach einem anfänglich zähen Handel stiegen die Notierungen gegen Abend zwar nochmals leicht an, der Trend konnte sich jedoch nicht durchsetzen und der neue Handelstag beginnt mit leichten Verlusten.

Am Donnerstagmorgen kostet ein Barrel der Sorte Brent nur rund 56,90 €. Das sind etwa 50 € weniger als gestern Morgen. Heizöl gibt knapp 20 Cent nach und kostet zur Stunde 45,32 € pro 100 Liter.

Der deutliche Auftrieb, den die Ölpreise im Zuge der Prognosen des American Petroleum Institute (API) zur Rohölbestandsentwicklung in den USA am Dienstagabend erfuhren, konnte sich nicht weiter durchsetzen und die Wertstellungen gingen trotz der offiziellen Bestätigung durch US-Energieministerium (EIA) leicht zurück. Die EIA hatte am späten Mittwochnachmittag gemeldet, dass die US-Rohölreserven im Vergleich zur Vorwoche um rund 10,84 Mio. Barrel zurückgegangen sind. Das ist der dritte klare Rückgang innerhalb von vier Wochen. Bei den Benzinbestände wurde ein leichter Abbau von rund 230.000 Barrel verzeichnet. Lediglich die Destillatreserven an Heizöl und Diesel sind mit rund 620.000 Barrel im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Obwohl man auf Grundlage dieser Zahlen eigentlich mit deutlicheren Zuwächsen rechnen würde, reagieren die Ölpreise momentan kaum. Eine wichtige Ursache für diese verhaltenen Reaktionen bleibt die Befürchtung vor globalen konjunkturellen Abschwüngen. Im asiatischen Handel hatten vor allem die schwachen Handelsdaten der amerikanischen und deutschen Industrie für stärkere Preisrücksetzer gesorgt. Eine schwächere Weltwirtschaftsleistung würde sich negativ auf die Nachfragewerte auswirken und könnte in Verbindung mit den befürchteten Produktionsanstiegen der US-Schieferölindustrie zu einer schnellen und spürbaren Überversorgung des Marktes führen. Die Ölpreise befinden sich also weiterhin im Bann der Konjunktursorgen und es ist derzeit nicht abzuschätzen, ob sie sich mittelfristig daraus befreien können.


Heizöl-Info • Roh- und Heizölpreise legen weiter deutlich zu

24.07.19

Getrieben von geopolitischen Impulsen haben die Ölpreise nach einem anfangs verhaltenen Auftakt zum Dienstagvormittag im weiteren Handelsverlauf deutlich zulegen können und starten mit Zugewinnen in den Mittwochshandel.

Ein Barrel der Sorte Brent kostet am frühen Mittwochmorgen rund 57,46 €. Das sind knapp 40 € mehr als gestern. Heizöl macht gleichfalls einen ordentlichen Sprung und liegt aktuell bei 45,51 € pro 100 Liter.

Insgesamt scheinen Anleger und Händler zwar nicht von einer offenen Eskalation der Iran-Krise auszugehen, die zunehmenden Spannungen sorgen aber doch für weiteren Auftrieb der Notierungen. Nach der Beschlagnahmung des unter britischer Flagge fahrenden Öltankers „Stena Impero“ am Freitag vergangener Woche durch iranische Revolutionsgarden erwägt London nun die Entsendung von Militärschiffen in den Persischen Golf, die zum Schutz von internationalen Handelsschiffen in der Region um die so wichtige Seestraße von Hormus patrouillieren sollen. Mehrere internationale Reedereien hatten sich hierzu bereits sehr positiv geäußert. Mit einer Entsendung von Kriegsschiffen steigt allerdings auch die Gefahr direkter Konfrontationen, was weiteres Spannungspotential mit sich brächte. Neben diesen geopolitischen Aspekten dürften auch die jüngsten Prognosen des American Petroleum Institute (API) die Ölpreisentwicklung antreiben. Wie das API gestern Abend meldete, rechne man aktuell mit einem Rückgang der US-Rohölreserven um rund 10,10 Mio. Barrel im Vergleich zur Vorwoche. Sollten diese Zahlen am heutigen Nachmittag durch das US-Energieministerium (EIA) bestätigt werden, könnten die Ölpreise wichtige Unterstützung finden und sich auf dem aktuellen Preisniveau konsolidieren. Ob die Ölpreise das momentane Aufwärtspotential ausschöpfen können, bleibt allerdings offen. Preisdrückende Faktoren gibt es derzeit genug. Im Handelsstreit zwischen den USA und China hatte Washington Sanktionen gegen das chinesische Ölunternehmen Zhuhai Zhenrong angekündigt, da dieses Rohöl aus dem Iran bezogen haben soll. Hier spitzt sich der Konflikt also weiter zu und Signale der Entspannung sind nicht in Sicht. Gleichfalls dürfte mit der Wahl Boris Johnsons zum neuen britischen Premierminister das Thema `Brexit´ alsbald wieder auf der Tagesordnung landen. Johnson gilt als Brexit-Hardliner und will Großbritannien Ende Oktober aus der EU führen; mit oder ohne Deal. Vor den aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Hintergründen steigt die Gefahr von kurzfristigen Gewinnmitnahmen durch spekulative Anleger. Es ist also zur Vorsicht geraten.


Heizöl-Info • Preise für Roh- und Heizöl mit Zugewinnen

23.07.19

Im Laufe des gestrigen Vormittags konnten die Ölpreise zeitweise kräftig zulegen, gaben diese Zugewinne im weiteren Handelsverlauf aber größtenteils wieder ab. Dennoch liegen die Notierungen am heutigen Morgen recht deutlich im Plus.

Im frühen Handel am Dienstagmorgen kostet ein Barrel der Sorte Brent gut 56,70 €. Das ist rund 1,00 € mehr als am Montag. Heizöl gibt leicht nach und kostet zur Stunde 44,84 € pro 100 Liter.

Die jüngsten Vorfälle im Persischen Golf haben den Ölpreisen zu weiterem Auftrieb verholfen. Nach der Beschlagnahmung des unter britischer Flagge fahrenden Öltankers „Stena Impero“ durch iranische Revolutionsgarden wachsen im Zuge der zunehmenden Eskalation Versorgungsängste am Markt, welche die Notierungen erwartungsgemäß antreiben. Unterdessen hat Teheran eine ziemlich vage Begründung für die Festsetzung des britischen Tankers geliefert. Demnach soll das Schiff auf der falschen Richtungsspur in die Straße von Hormus eingefahren sein, was den Zugriff legitimierte. Das britische Verteidigungsministerium bestreitet diese Perspektive und spricht von einer feindlichen Handlung des Irans. Aus Sicht Londons wurde der Tanker in Hoheitsgewässern des Oman aufgebracht. Bisher wurden militärische Schritte seitens Großbritanniens zwar ausgeschlossen, die spürbare Beeinträchtigung der wichtigen Versorgungsrouten zeichnet jedoch bereits jetzt erkennbare Folgen für die Ölpreisentwicklung. Im Falle einer offenen militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten dürfte mit ernsthaften Lieferproblemen für den globalen Rohölmarkt und weiter steigenden Preisen zu rechnen sein. Gleichzeitig verdeutlichen die starken Rücksetzer vom gestrigen Nachmittag aber auch die bestehende Verunsicherung von Händlern und Anlegern. Im Hinblick auf die allgemein schwachen Wirtschaft- und Konjunkturaussichten für das Jahr 2019 fallen die Preiszuwächse verhältnismäßig gering aus. Insgesamt bleibt offen, ob allein die Krise um den Iran die Wirkungskraft besitzt, die Ölpreise aus der aktuellen Flaute zu befreien. Am späten Abend werden noch die aktuellen Prognosen zur Rohölbestandsentwicklung in den USA erwartet. Im Falle eines absehbaren Ausbaus der Bestände droht auch von dieser Seite wachsender Druck auf die Notierungen.


Heizöl-Info • Roh- und Heizölpreise mit Zugewinnen

22.07.19

Nach einer Handelswoche mit teils starken Verlusten bei den Roh- und Heizölpreisen konnten die Notierungen zum Freitagnachmittag nochmals zulegen und Gewinne in die neue Handelswoche retten.

Ein Barrel der Sorte Brent kostet am frühen Montagmorgen rund 55,61 €. Das sind knapp 80 Cent mehr als zum Freitagmorgen. Heizöl legt gut 60 Cent zu und kostet momentan 44,98 € pro 100 Liter.

Nach den starken Rücksetzern aus der vergangenen Handelswoche sorgt vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten für Auftrieb bei den Notierungen. Hatten zunächst noch die vorherrschenden Konjunktursorgen auf die Ölpreise gedrückt, setzte zum Freitagnachmittag eine spürbare Gegenbewegung ein, als bekannt wurde, dass der Iran den britischen Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus festgesetzt hatte. Als Begründung für die Beschlagnahmung wurden aus Teheran Verstöße gegen internationale Vorschriften angeführt. Nähere Erläuterungen gibt es zur Stunde nicht. Als Reaktion kündigte der britische Außenminister Jeremy Hunt diplomatische oder wirtschaftliche Konsequenzen an. Unbestätigten Gerüchten zufolge werde das Einfrieren von iranischem Vermögen als Gegenmaßnahme geprüft. Das britische Außenministerium wollte hierzu aber keine Stellungnahme abgegeben. Militärische Schritte lehnte Hunt zunächst ab. Der internationale Druck auf den Iran dürfte mit diesem Schritt weiter steigen. Wie sich diese neue Situation auf den Ölmarkt auswirken wird, bleibt zunächst aber offen. Grundsätzlich sollte hier von einem kurzfristigen, temporären Impuls ausgegangen werden. Mit einer Langzeitwirkung auf die Ölpreise ist eher nicht zu rechnen. Hier könnten die bestehenden Ängste vor einer Abkühlung des Welthandels aufgrund der verschiedenen Handelskonflikte alsbald wieder in den Vordergrund treten. In den USA ist die Zahl der aktiven Förderanlagen von 784 auf 779 zurückgegangen. Aber auch hier dürften die Auswirkungen auf die Ölpreise überschaubar bleiben.



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